THE ABCs OF DEATH

„Call the plumber now. It’s an emergency!“

The ABCs Of Death ~ USA/NZ 2012
Directed By: diverse

„The ABCs Of Death“ ist eine in mehrerlei Hinsicht beeindruckende, aus 26 voneinander faktisch unabhängigen Segmenten bestehende Anthologie. 26 (bzw. 27; Hélène Cattet und Bruno Forzani arbeiteten wie üblich gemeinsam) der global führenden „Szene“-Regisseure erhielten einen Buchstaben, zu dem sie sich einen irgendwie mit dem Themenfeld ‚Tod‘ zu assoziierenden Begriff überlegen und mit kleinem Budget einen bis zu fünfminütigen Kurzfilm inszenieren sollten. Das Ganze reicht nunmehr von „A Is For Apocalypse“ bis zu „Z Is For Zetsumetsu“, geht gute zwei Stunden (wobei der lange Abspann etwa zehn Prozent davon verschlingt) und ist, ein Blick auf die beteiligten Filmemacher verrät es bereits, gehörig bis schwer abgefuckt. Auf die einzelnen Episödchen mag ich gar nicht näher eingehen, lediglich die Wiedergabe ein paar vordringlicher Eindrücke sei mir gestattet: die Multiplizität der Stilismen beeindruckt; es reicht von vergleichsweise herkömmlich Erzähltem (Bogliano) über subjektive Kamera (Spasojevic), Knet-Animation (Hardcastle) und Zeichentrick (Morgenthaler) bis hin zu Science-Fiction-Szenarien (Wheatley). Viele Teile bleiben dialogbefreit, andere wiederum sind höchst geschwätzig. Toiletten, Exkremente und Flatulenz spielen gleich mehrfach eminente Rollen, einmal kommt mit einem Vampir sogar eine ganz arrivierte Figur des Phantastischen vor. Es gibt Hommages (Nishimura) und Komisches (Pisanthanakun), Surreales (Cattet/Forzani), Nachdenkliches (Gens), Provokantes (Hardcastle) und Spannendes (Espinoza). Adam Wingard hat sich für seinen Beitrag einen besonderen Jokus erlaubt.
Gemein ist den meisten Beiträgen, dass sie garantiert nicht geschmackssicher sind, spätestens nach der Hälfte kann einen jedoch kaum mehr etwas überraschen. Die verrücktesten Teilstücke stammen erwartungsgemäß von den Asiaten, wobei ich mich besonders betreffs der Segmente von Iguchi oder Yamaguchi ernsthaft fragte, ob die Herren für ihre jeweilige Inszenierung vielleicht kurz mal Urlaub von der Gummizelle machen durften. Doch egal, gerade die Abseitigkeit ist es ja, die dem Projekt seinen Nenner beschert und es antreibt. Ob man sich dem Ganzen aussetzen mag, hängt sicherlich nicht zuletzt mit der individuellen, ästhetischen Flexibilität zusammen, wer das wenig Alltägliche sucht und angesichts bewusster Provokation nicht ganz so rasch den Kopf zu schütteln geneigt ist, der dürfte bei „The ABCs Of Death“ sicherlich gut aufgehoben sein. Fortsetzung folgt dann.

7/10

2 Gedanken zu “THE ABCs OF DEATH

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