ALTERED

„I’m gonna move back to my mum’s.“

Altered (Vergeltung – Sie werden dich finden) ~ USA 2006
Directed By: Eduardo Sánchez

Die drei Freunde Duke (Brad William Henke), Otis (Michael C. Williams) und Cody (Paul McCarthy Boyington) haben in der Vergangenheit Erfahrungen mit feindseligen Aliens gemacht, die in ihrer Gegend immer wieder Personen kidnappen und als Versuchskaninchen für ihre Experimente missbrauchen. Als es dem Trio gelingt, einer der Kreaturen zu fangen, bringt es diese zum Grundstück ihres gemeinsamen Kumpels Wyatt (Adam Kaufman), der einst selbst von den Extraterrestriern entführt und von ihnen genetisch modifiziert wurde. Obwohl der Außerirdische in Ketten liegt, gelingen ihm immer wieder offene und telepathische Attacken gegen die Freunde und auch den bald auftauchenden Sheriff (James Gammon). Dabei warnt Wyatt die Anderen inständig davor, das Wesen zu töten, da sonst eine Invasion über die Erde hereinbrechen könnte…

Eduardo Sánchez‘ erste und zugleich erste solitäre Langfilmarbeit nach „The Blair Witch Project“ fiel innerhalb seines Zeitkontextes sicherlich unerwartet konventionell aus. Nach der annähernden formalen Revolution des Found-Footage-Klassikers bemühten Sánchez und sein Scriptautor Jamie Nash für ihren kammerspielartig angelegten Alien-Horror „Altered“ offensichtlich vor allem persönliche Vorbilder, deren Bandbreite sich von Genrestücken wie „X-Tro“, „The Fly“ oder „Communion“ bis hin zu den jüngeren „Fire In The Sky“ und natürlich „Signs“ erstreckt. All diesen Beiträgen ist, im Gegensatz zum Effekt-Bombast des klassischen Invasions-Film, gemein, dass das Fremde, Bedrohliche auf leisen Sohlen um die Ecke geschlichen kommt, seine Präsenz nur einigen wenigen Eingeweihten überhaupt mitteilt und sich ansonsten vornehmlich im Verborgenen hält. Diejenigen, die das Unglück haben, sich ihm stellen zu müssen, bekommen seine häufig grausamen Ausprägungen jedoch zumeist auf nicht selten höchst unangenehme Weise am eigenen Leibe zu spüren. So ist es auch in „Altered“, der beinahe wie eine Art Quasi-Sequel zum erwähnten „Fire In The Sky“ daherkommt: Einige wenige Betroffene des sich höchst privat abspielenden Alienterrors greifen auf undurchdachte und unbeholfene Art zum einzigen Instrument, das ihnen als Replik zum Erlebten bleibt – der Rache an ihren Peinigern. Da diese ein paar Hillbilly-Boys aus dem tiefen Süden nicht nur technologisch haushoch überlegen sind, ist die ganze Aktion von vornherein zu großflächigem Scheitern verurteilt – der intelligenteste unter ihnen, zugleich jener, der die „intimste“ Beziehung zu den Außerirdischen pflegt, einst von ihnen operiert und zu einer Art humanem Repräsentanten ihrer Art umfunktioniert wurde, weiß sogleich um die Sinnlosigkeit jener Gegenmaßnahme. Dass er gleichfalls der einzige ist, der am Ende bestehen kann und um die höchstwahrscheinlich apokalyptischen Folgen der letzten Nacht ahnt, macht den Ausgang des Ganzen für ihn nicht eben leichter.
Kein eben als innovativ zu bezeichnender Sci-Fi-Horror, jedoch ein geschickt und gescheit gefertigter, mit ordentlicher, handgemachter Effektarbeit nebst einigen schön ekligen Spitzen versehen. Lohnt.

7/10

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