XUE DI ZI

Zitat entfällt.

Xue Di Zi (Die fliegende Guillotine) ~ HK 1975
Directed By: Ho Meng-Hua

Der Mandschuren-Kaiser Cheng Yung (Chiang Yang), der jedwede Sympathebekundung in Richtung der Han-Chinesen als Hochverrat an seiner Person erachtet, lässt zwölf Attentäter an einer just erfundenen Mordwaffe, der „fliegenden Guillotine“, ausbilden. Einem von ihnen, Teng Ma (Chen Kuan-Tai), wird des willkürlichen Treibens Yungs bald überdrüssig und er desertiert. Zusammen mit seiner Frau, der vormaligen Straßensängerin Ping Yu (Chi-Liu Wu), und ihrem bald geborenen Söhnchen beginnt für Ma eine langwierige Flucht vor seinem früheren Ausbilder Kang Xin (Ku Feng) und dessen Mordarmee. Selbst im eigens gewählten Exil als friedlicher Landwirt findet Ma keine Ruhe. So ist er gezwungen, sich Kang Xin und schließlich auch dem doppelzüngigen Kun Ah (Wei Hung) zu stellen…

Sorgfältig aufgebaute und inszenierte Shaw-Bros-Produktion mit dem wohl berühmtesten Requisit des altehrwürdigen Studios, der „fliegenden Guillotine“, die in zwei Fortsetzungen und einigen Spin-Offs noch mehrfach Verwendung finden sollte. Jenes Meuchelmord-Instrument ist dem Vernehmen nach keine reine Erfindung blühender Hong-Kong-Kinophantasten, sondern wurde im postmittelalterlichen China tatsächlich eingesetzt, um Dissidenten und andere potenzielle Opfer aus einiger Entfernung unerkannt und effektiv beseitigen zu können. Allerdings ist in Ermangelung brauchbarer Überlieferungen zumindest die Konstruktion der Film-Guillotine wohl eher zweckmäßig. Jene setzt sich zusammen aus einer Art zylinderförmigem Lampion, an dessen Unterseite sich zusammenziehbare Klingen befinden und der an einer etwa zehn Meter langen Kette hängt. Über den Kopf des Opfers geworfen, muss der Attentäter lediglich noch den Klingemechanismus betätigen und sein unglücklicher Gegner wird sauber enthauptet. Man sollte dennoch keine allzu spektakulären Kampf- oder Mordszenen in „Xue Di Zi“ erwarten; wenngleich dem Titel seit eh und je ein gewisser Ruch anhaftet, zählt der Film doch eher zu den sanfteren, gemäßigten Shaw-Eastern. Vielmehr steht die Geschichte des unseligen Teng Ma im Vordergrund; wie er sich vom blinden Gefolgsmann zum lebensliebenden Pazifisten entwickelt, lernt, seinem angeblich gottgesandten Kaiser und dessen Schergen zu misstrauen, sich schließlich von ihm abwendet um dann sein Glück im Schoße einer selbstgegründeten Familie zu finden – freilich unentwegt verfolgt und gejagt von seinen früheren Genossen. Derart in die Enge getrieben, bleibt Ma nur der offene Kampf als letzter Ausweg und Schutzmaßnahme zugunsten seines neuen Lebens. Zwar spielt die Kampfkunst auch hier sicherlich eine wesentliche Rolle, nach unbezwingbaren Supermönchen und Schwertassen wird man in Ho Meng-Huas Opus jedoch vergeblich suchen müssen.

8/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s