MOVING TARGET

„Forgive me, father.“

Moving Target ~ CA/USA 1996
Directed By: Damian Lee

Kopfgeldjäger Sonny McClean (Michael Dudikoff) kommt aus den Nöten nicht heraus: Seine schwangere Freundin Casey (Michelle Johnson) erwartet, dass er sein gefährliches Gewerbe drangibt und sie endlich ehelicht; zudem sind ihm der Russenmafia-Pate Tuzla (Len Doncheff) und sein tollwütiger Filius Lazlo (Peter Boetzki) auf den Fersen. Sonny soll Lazlos Neffen Jonish (Patrick Gallagher) umgelegt haben. Tatsächlich hatte Sonny einen lukrativen Privatauftrag von Jonishs angeblichen Eltern angenommen, ihren Sohn rückzuüberführen, fand sich jedoch böse gelinkt. Allmählich kristalliert sich für Sonny und seine beiden Polizistenkumpels Jake (Ardon Bess) und Racine (Billy Dee Williams) die Wahrheit heraus: Der eifersüchtige Lazlo hat Jonish getötet und lässt Sonny vor seinem Vater als Sündenbock dastehen. Nun gilt es für Sonny, die Wahrheit ans Licht zu bringen und seine Unschuld zu beweisen.

Ein umständlich erzähltes, geradezu aufreizend lahmarschiges Spät-Dudikoff-Vehikel haben wir hier, dessen Regisseur viel schlampiger kaum hätte arbeiten können. Es beginnt bereits mit blamabelsten Fehlerquellen: „Moving Target“ spielt, wie er gern und mehrfach unterstreicht, in und um die Zeit des weihnachtlich-verschneiten Dezembers; einige Gebäude-Außenaufnahmen zeigen jedoch saftigstes Sommergrün. Das knappe Budget wird sein Übriges beigetragen haben; beinahe alles in Damian Lees kleiner Gurke ist drittklassig, von den allermeisten Nebendarstellern über die auf TV-Serienniveau befindliche Montage der bisslosen Actionsequenzen bis hin zu der Behauptung, „Moving Target“ spiele in New York, wo er doch, ohnehin ein gern exerzierter, fauler Filmemachertrick, gut ersichtlich im deutlich kostengünstigeren, vorstädtischen Toronto gedreht wurde. Erfreulich fand ich hingegen das Wiedersehen mit Billy Dee Williams, dessen Szenen dem Film deutlich mehr Glanz verleihen als er verdient, zudem rettet Dudikoffs Präsenz das Ganze noch ganz knapp auf grenzakzeptables Niveau; ihn wird vordringlich bestimmt die Option gelockt haben, vom Superninja und -armisten weg und hin zum altersangemesseneren, bodenständigen, nichtsdestotrotz traditionsbeflissenen Typen des hart schuftenden Bail-Bond-Hunters geführt zu werden, einem eher alltäglich kolorierten, hart arbeitenden Helden, der Verletzlichkeit demonstrieren sowie offene Romantik an den Tag legt und bei seinem Job auf mitunter fiese Tricks und Kniffe angewiesen ist. Die großen Vorbilder von Steve McQueen bis hin zu Robert De Niro lugen erwartungsgemäß um jede Ecke, laufen jedoch garantiert nie auch nur eine Nuance weit Gefahr, von ihrem ungleich ehrwürdigerem Sockel gestoßen zu werden.

4/10

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