THE THREE MUSKETEERS

„If I am to be killed – at least it will be by a Musketeer!“

The Three Musketeers (Die drei Musketiere) ~ USA/UK/E/PAN 1973
Directed By: Richard Lester

Frankreich, 1628: Der junge Gascogner D’Artagnan (Michael York) schickt sich an, in Paris eine Karriere als Musketier des Königs zu machen; ihrerzeit die angesehensten legitimierten Abenteuer im Dienste der der Monarchie. Nachdem er sich mit den bereits im Beruf befindlichen Haudegen Athos (Oliver Reed), Porthos (Frank Finlay) und Aramis (Richard Chamberlain) angefreundet hat und das legendäre Quintett sich durch D’Artagnans gewitzten Diener Planchet (Roy Kinnear) vervollständigt findet, erhält der Jungspund sogleich die Gelegenheit zur Bewährung: der schurkische Kardinal Richelieu (Charlton Heston) lässt keine Gelegenheit aus, um das Königshaus zu brüskieren. Als er davon erfährt, dass die Monarchin Anna von Österreich (Geraldine Chaplin) eine geheime Liaison mit dem Briten Buckingham (Simon Ward) pflegt, müht er sich, diese öffentlich zu machen. Mithilfe seiner zwei gefährlichsten Scharlatane, der Milady de Winter (Faye Dunaway) und dem Gardisten Rochefort (Christopher Lee), versucht Richelieu daher, sich eines edlen Colliers zu bemächtigen, das die Königin Buckingham geschenkt hat. Zumindest in den Besitz zweier der darin eingesetzten Diamanten gelangt er tatsächlich, doch D’Artagnan und die drei Musketiere schaffen das Unmögliche und retten die Ehre Annas. D’Artagnan wird zum Musketier ernannt.

„Beatles-Regisseur“ Richard Lester ist zwar Amerikaner, siedelte infolge seiner persönlichen Vorlieben für das britische Kino, besonders jenem der Ealing Studios, früh nach England um, um dort als Regisseur zu arbeiten. Ähnlich wie später Terry Gilliam eignete er sich in diesem Zuge einen solch unverwechselbaren Humor und Stil an, dass man geneigt ist, ihn zu den großen britischen Regisseuren des vergangenen Jahrhunderts zu zählen und dies darüber hinaus vielleicht sogar ganz semioffiziell tun sollte. „The Three Musketeers“ ist nach George Sidneys kunterbunter, frohgemuter MGM-Adaption von 1948 vielleicht die zweite wirklich erwähnenswerte im Kino und sie trägt in förmlich apodiktischster Art und Weise Lesters Handschrift: Mangelt es in formaler und ausstatterischer Hinsicht garantiert an nichts, scheut sich Lester dennoch zu keiner Sekunde, sein Werk – durchaus im Sinne von Dumas‘ gut gelauntem Schelmenstil – linientreuer Comedy zu überantworten. „The Three Musketeers“ ist voll von Pomp, Opulenz und sichtlich teurem Gewese, großartiger Architektur und dabei gekonnter Zeigefreude, was ihn nie daran hindert, sich mit einer humorigen Palette, die von lautem Slapstick bis hin zu feiner Subtilität reicht, zu schmücken. Lesters größtes Verdienst ist wohl schließlich, dass diese vermeintlich sehr konträren Elemente passgenau miteinander harmonieren und ein homogenes Ganzes ergeben. Dabei wird garantiert keine Gelegenheit ausgelassen, feudalistische Dekadenz und adlige Manierismen zu denunzieren. Das Königshaus saß, glaubt man Lesters hinreißenden Installationen (ganz prachtvoll etwa das Hunde-Schachspiel), nicht nur voll von Spinnern und deren speichelleckenden Höflingen, sondern war zudem Hort übelster sittlicher Umtriebe. Die Musketiere indes, sie sind klingenbewährte Säufer und Lebemänner. Ob sie hinsichtlich ihrer berufsmäßigen Unterstützung der blaublütigen Staatsräson allerdings noch immer ihres klassischen Glanzes habhaft sind, darüber darf bei Lester das Publikum entscheiden.

9/10

2 Gedanken zu “THE THREE MUSKETEERS

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