THE EVICTORS

„I’m worried ‚bout my wife.“

The Evictors (Leadsville Nights) ~ USA 1979
Directed By: Charles B. Pierce

Leadsville, Louisiana, 1942. Während in Europa der Krieg tobt, erwirbt das Ehepaar Ruth (Jessica Harper) und Ben Watkins (Michael Parks) über den hiesigen Makler Rudd (Vic Morrow) ein schnuckeliges, altes Provinzhäuschen. Doch der idyllische Schein trügt – nur wenige Jahre zuvor passierten im und um das Haus einige furchtbare Morde, die augenscheinlich in Zusammenhang mit den vormaligen, gewaltsam des Grundstücks verwiesenen Besitzern stehen. Erst nach und nach erfährt Ruth von der furchtbaren, jüngeren Geschichte ihres neuen Eigenheims; und der Schrecken ist längst nicht vorbei: Ein Eindringling (Glen Roberts) bedroht Ruths Leben und macht auch vor den Anwohnern nicht halt.

Ähnlich wie „The Town That Dreaded Sundown“ beruft auch „The Evictors“ sich auf einen dem Vernehmen nach authentischen Fall: hierin geht es um eine Familie, die den Auswüchsen der Depressionsära nicht standzuhalten vermochte und ihren Besitz an die Bank verlor. Anders als etwa Tom Joad und seine Familie bleiben die Monroes jedoch in der Gegend und geben jedem Saures, der es wagt, einen Fuß über die Schwelle ihres ehemaligen Eigenheimes setzt. Für die Blutakte ist jeweils der gewalttätige Dwayne (Roberts) verantwortlich, der von seiner nicht minder rachsüchtigen Gattin (Sue Ann Langdon) versteckt gehalten und bei Bedarf auf die Jagd geschickt wird. Mit seiner periodischen Gestaltung und seiner doch sehr bedrückenden Atmophäre zählt „The Evictors“ zu den vordringlichen Vertretern des southern gothic. Die Monroes sind im Prinzip ebensolche economical victims wie die Sawyers in „The Texas Chain Saw Massacre“: Eine unrühmliche wirtschaftliche Episode zwang sie zur Aufgabe von Besitz und Identität, bis sie als rurale Schreckgespenster zur Semilegende wurden, sich versteckt hielten und nurmehr selten zu offener Aktion griffen. Die arme Jessica Harper, die hier gegenüber Argentos „Suspiria“, worin sie nur drei Jahre zuvor eine junge Tanzelevin gab, deutlich älter wirkt, muss schließlich einiges an Grauenvollem über sich ergehen lassen. Pierces inszenatorische Stärke erweist sich vor allem darin, trotz wenig variierter Erzählschemata keine exploitation zu machen; die Grundierung gibt sich fortwährend ebenso ernst wie kammerspielartig; die wenigen Gewaltausbrüche bleiben auf visueller Ebene verhalten, entwickeln aber dennoch eine nachhaltige Schockwirkung beim Rezipienten. „The Evictors“ darf somit vorrangig als „erwachsener“ Horrorfilm gelten, stimmungsbedingt anzusiedeln fernab des sich soeben in der Entfaltung begriffenen Teenage-bubblegum-drive-in-slashers.

8/10

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