SURVIVAL ZONE

„We cannot always be running.“

Survival Zone (1994 – Nur die Starken überleben) ~ SA 1983
Directed By: Percival Rubens

Das Armageddon des Dritten Weltkriegs haben die ländlich lebenden Fabers eigentlich ganz gut überstanden: Die Farm steht noch und ist wohnlich ausgestattet, Vater Ben (Gary Lockwood) verbringt die meiste Zeit mit Hobby-Funkerei, die Kinder Rachel (Zoli Marki) und Mark (Karl Erik Kostlin) haben genug Möglichkeiten zum Zeitvertreib und Bens Frau Lucy (Camilla Sparv) kümmert sich um alles Häusliche. Mit dem alten Luke (Arthur Hall) gibt es sogar ein Haus-Faktotum, das sich unter anderem rührend um die beiden verbliebenen Pferde kümmert. Die entvölkerte, nachbarliche Kleinstadt liefert schließlich alles, was die Fabers für einen angenehmen Lebensstandard benötigen. Doch in solchen Zeiten ist keine Idylle von Dauer: Die zu Kannibalen verkommene Rockerbande um den verrückten Bigman (Ian Steadman) zieht mordend und plündernd überland und bewegt sich, nachdem sie eine Nonnen-Mission überfallen hat, geradewegs auf die Faber-Farm zu. Glücklicherweise taucht fast zeitgleich auch der Streuner Adam (Morgan Stevens) auf, der selbst noch eine alte Rechnung mit den Rockern offenhat, und steht den Fabers im Kampf um ihren Besitz bei.

Dieser unikale Verteter des postapokalyptischen Films kommt mal von „ganz woanders“ her, nämlich aus Südafrika. Einen Diskurs darüber, ob Filme aus dem damals noch vom Apartheids-Regime geknechteten Staat überhaupt mal goutierbar waren, geschweige denn sind, mag man sichts angesichts des apolitischen und eigentlich recht sympathischen „Survival Zone“ für treffendere Gelegenheiten aufsparen. Das Areal sieht zum Großteil tatsächlich sehr dem ähnlich, als was es verkauft wird, nämlich dem US-Mittelwesten. Ferner bürgen die Darsteller, von denen man zumindest Gary Lockwood und de den Behelfs-„Shane“ gebenden Morgan Stevens bereits von anderswo in guter Erinnerung hat, für gediegene Qualität. Dass der Film aus Südafrika stammt, habe ich somit im Zuge der Post-Recherche herausgefunden. Ich hätte eigentlich auf Australien als Herkunftslad getippt. Wenn hier überhaupt Plagiatsverdachtsmomente aufkommen, dann müssten die sich nämlich ungewöhnlicherweise einmal auf den ersten „Mad Max“ beziehen: Zivilisationsreste und die Pflege von Prä-Kriegs-Kultur sind noch vorhanden, nicht allerorten herrscht Wüstenei und auch die Fahrzeuge sind noch nicht zu röhrenden Höllenmaschinen umgebaut. Kurzum, Alltag und Normalität wird, was ja auch die logischste Folge ist, mit aller Macht aufrechtzuhalten versucht. Weder Benzin noch Wasser müssen zu Mangelartikeln deklariert werden und auch wenn es keine mediale Berichterstattung mehr gibt, „läuft es“ irgendwie. Dennoch bricht sich die Exploitation irgendwann Bahn und der Film offenbart rüpelhafte Tendenzen, was im Vergleich zu den italienischen Artgenossen, die mit George Eastman oder Henry Silva als bisweilen eher äffischen Bösewichten aufzuwarten pflegten, sogar recht affektive Ausmaße annimmt. Dieser Bigman und seine Mannen sind nämlich tatsächlich sehr fiese Zeitgenossen, denen man nur ungern in die unegalen Hände fiele. Etwas unbehende wirkt die Montage, wobei dies möglicherweise auch an der deutschen bzw. europäischen Fassung liegt, die wohl mancherlei Federn zu lassen hatte. Außerdem ist da jene merkwürdig-unerklärliche Szene im ersten Drittel, in der Morgan Stevens sich in einer vermeintlich verlassenen Wohnung zur Nachtruhe begibt: Urplötzlich fängt es da an zu poltern und zu rumoren, und das gänzlich ohne Benennung der Ursache. Ob da nun Erdbeben, Spuk oder gar Mutanten-Unwesen dahinterstecken, das bleibt der Rezipienten-Fantasie überlassen. Immerhin hat mir „Survival Zone“ so gut gefallen, dass ich mir eine hübsch restaurierte Fassung ohne „Tellerschaden“ und Schnitte wünschte. Aber das wird vorläufig wohl reine Dystopie bleiben.

6/10

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