LA ISLA DE LA MUERTE

Zitat entfällt.

La Isla De La Muerte (Das Geheimnis der Todesinsel) ~ E/BRD 1967
Directed By: Mel Welles

Sechs Touristen kommen auf das mediterran gelegene Eiland des Baron von Weser (Cameron Mitchell), um für ein paar Tage in dessen mondänem Schloss zu residieren. Dass es gleich bei der Ankunft einen Unfall gibt mit einem seltsam entstellten Mann (Mike Brendel), der sich später als Hausdiener entpuppt und einen Zwillingsbruder (Mike Brendel) hat, ist rasch wieder vergessen. Wie sich herausstellt, ist der distinguierte Baron eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der Botanik: Er züchtet seltsame Kreuzungen und interessiert sich besonders für fleischfressende Gewächse. Bereits nach der ersten Nacht auf der Insel gibt es zwei weitere Tote: Die promisk veranlagte Cora Robinson (Kay Fischer) und den Hauschauffeur Alfredo (Ricardo Valle). Für den ebenfalls als Gast anwesenden David Moss (George Martin) ist klar: einer der Anwesenden muss ein Mörder sein. Nur – woher stammen die seltsamen Einstiche auf der Haut der Opfer? Und warum sind selbige vollkommen blutleer?

Man sollte einmal eine umfassende Eloge für Cameron Mitchell verfassen. Der unermüdliche Akteur verzagte nie, war Zeit seines Lebens ununterbrochen beschäftigt und erlebte dabei dennoch nahezu sämtliche Karriere-Höhen und -Tiefen, die ein Filmschauspieler binnen eines halben Jahrhunderts Schaffensperiode wohl überhaupt nur durchlaufen kann. Vom Nebenakteur in Hollywood schaffte er es irgendwann zum Sidekick in größeren Produktionen und spielte an der Seite einiger der populärsten Stars der Fünfziger, landete dann beim Fernsehen, wo er wohl irgendwann einmal in jeder auch nur halbwegs populären Serie einen Gastauftritt hatte und führte seine Arbeit beim Film parallel dazu in Europa fort, wo er auch vor billigstem, haarsträubendstem Exploitation-Stoff nicht zurückschreckte und seine Rollen, jedweder Standes-Arroganz abgewandt, stets mit der nötigen Hingabe ausfüllte. In den Achtzigern und Frühneunzigern war er sich, zurück in den USA, auch nicht für den allerranzigsten Schmier zu schade und beendete seine Laufbahn als gern und günstig eingesetzter Grandseigneur in teils hundsmiserablen Abschreibungsproduktionen. Sehr häufig sah man ihn zwischen den Sechzigern und Spätsiebzigern als wahnsinnigen Mordbuben, der seine Bluttaten stets aus hanebüchenster Motivation heraus zu vollziehen pflegte. „La Isla De Muerte“, an dem auch der Exploitation-Zar Ernst Ritter von Theumer mitgewerkelt hat, fällt exakt in jene Kategorie. Der werte Baron von Weser pflegt nämlich eine unheilige Liebesbeziehung zu einem von ihm selbst hergestellten Vampirbaum, in dessen Stamm und Geäst marmeladenrotes Blut zirkuliert und der just dasselbe, allerdings aus menschlichen Quellen, für seinen Fortbestand benötigt. Also fährt er bei Gelegenheit seine phallisch-schleimigen Stachel aus und saugt das Lebenselixier seiner wehrlosen Opfer, die natürlich allesamt zu blöd sind, vor ihm – einem Baum wohlegemerkt – wegzulaufen. Das alles ist so von sich selbst überzeugt inszeniert, dass zu keiner Sekunde der Verdacht aufkommt, irgendeiner der Beteiligten habe die ganze Chose nicht ernstgenommen. Gegen Ende bekommt die Maskenbildnerin dann ordentlich zu tun, wobei die Gute, eine gewisse Juana Culell, ihre Profession vermutlich in einer spanischen Konditorei erlernt haben dürfte. Mitchells Sterbeszene ist dann tatsächlich der Höhepunkt: Er kreischt und fleht seine sterbende Monsterpflanze an, doch bitte ihn auszusaugen, da er ohne sie sowieso nicht leben könne. Dass Mitchell selbst diese Sequenz noch mit vollem Ernst bespielt, spricht natürlich durch die Bank für ihn und dieses sowieso unglaubliche Werk aus besseren Tagen.

6/10

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