GRAYEAGLE

„One fine day you’ll blow your horn in front of the gates of hell!“

Grayeagle (Grauadler) ~ USA 1977
Directed By: Charles B. Pierce

Eines Tages taucht der Cheyenne-Krieger Grayeagle (Alex Cord) in der Nähe der Blockhüte des verwitweten Trappers John Colter (Ben Johnson) und seiner Tochter Beth (Lana Wood) auf. Bald darauf erfahren John und sein indianischer Freund Standing Bear (Iron Eyes Cody) auch, was Grayeagle bei ihnen zu suchen hat: Er entführet Beth und nimmt sie mit zu seinem sterbenden Stammeshäuptling Running Wolf (Paul Fix) nehmen, da dieser sie in einem Traum gesehen hat. Colter und Running Wolf halten die Entführung für böswillig und folgen Grayeagle zusammen mit dem alten Willis (Jack Elam), der sich ihnen anschließt. Zusätzliche Probleme verursacht eine kleine Gruppe Schoschonen, deren Anführer Scar (Jacob Daniels) sich in den Kopf gesetzt hat, Beth für sich zu beanspruchen.

Die arrivierten Attribute für Pierces Westernarbeit gelten im weiten Sinne auch für „Grayeagle“, in dem der Regisseur es sich einmal mehr nicht nehmen ließ, einen bösen Nebencharakter selbst zu porträtieren: Als verrückt gewordener Kriegsveteran Bugler hat er sich einen Platz bei den Schoschonen erschlichen und hetzt diese auf, nachdem ihr Chef Scar von Beth erschossen wurde. Pierce schien es zu lieben, irre Kerle mit ranzigem Gebiss, die gern grinsen und mit den Augen rollen, zu spielen und tatsächlich zählt Bugler zu den interessantesten Figuren in „Grayeagle“. Ben Johnson ist auch mit knapp 60 noch ein tragfähiger leading man und Jack Elam, dessen dreibeinigen Hund man rasch in sein Herz schließt (worauf Pierce natürlich – etwas böswillig – spekuliert), ist wie immer ein Gewinn. Paul Fix ist schon so alt, dass man ihn kaum mehr wiedererkennt; Lana Wood, zum Zeitpunkt des Films immerhin 31 nicht zu verbergende Lenze zählend, als Neunzehnjährige zu verkaufen, führt dann allerdings doch etwas zu weit. Ähnlich konstruiert wie jenes Faktum wirkt die Story, die sich an die von „Winterhawk“ anlehnt, dabei jedoch kaum mehr denn eine Alibifunktion erfüllt, um Jim Roberson wiederum wunderprächtige Bilder auf die Leinwände der Welt projizieren zu können. Die Geschichte schleppt sich zuweilen über ihre Distanz und etliche Wendungen und Scriptkapriolen, angefangen bereits mit dem Kidnapping-Plot, der sich im Prinzip vollkommen redundant gestaltet und weiter mit der Einführung der Schoschonen, die bloß da sind, damit es Bösewichte gibt, gegen die in pittoresker Weise gekämpft werden kann. Was bleibt, ist Robersons besagt exzellente Photographie, die „Grayeagle“ tatsächlich in erster Instanz sehenswert macht, obgleich er seiner unleugbaren Schwächen wegen in Pierces Westerntetralogie den letzten Platz bekleidet.

6/10

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