THE WRAITH

„Things are getting a little too equal these days.“

The Wraith (Interceptor) ~ USA 1986
Directed By: Mike Marvin

Über dem Gewissen einer Kleinstadt in Arizona wabert noch immer der ungelöste Mord an dem Teenager Jamie Hankins (Christopher Bradley). Dabei weiß eigentlich jeder, dass der bösartige Packard Walsh (Nick Cassavetes) nebst seiner strikt unter Packards Fuchtel stehender Gang dafür verantwortlich sind – zumal der Rüpel es auf Jamies Freundin Keri (Sherilyn Fenn) abgesehen hat. Da kreuzt wie aus heiterem Himmel der Motorradfahrer Jake (Charlie Sheen) in der Gegend auf und zeitgleich mit ihm ein schwarzgewandetes und behelmtes Phantom, das einen blitzschnellen Interceptor Turbo fährt. Von jetzt an haben Packard und seine Jungs nurmehr wenig Grund zum Lachen…

So war das in den seligen Achtzigern. Da wurden Teenager, vorzugsweise Mitglieder des ohnehin personalstarken „Brat Pack“, in alle möglichen Genre- und Genrehybridszenarien versetzt und hatten sich dann wieder daraus zurückzukämpfen. Auf dem Weg ins Oliver Stones Traningscamp machte Charlie Sheen nochmal kurz Halt in der Wüste von Arizona, um diese durchaus flotte Mixtur aus Fantasyhorror, Racheaction, Teeniedrama und Lovestory (der aufmerksame Leser bemerkt: hier waren aus Straffungsgründen bereits eigenwillige Wortkreationen vonnöten) zu veredeln. Als Gegenspieler von Cassavetes-Filius Nick, der bei Bedarf wirklich ein Spitzen-Ekelpaket abgeben konnte sowie mit Unterstützung der wohlproportionierten Luxusrundungen von Sherilyn Fenn dürfte dieser Job vor Stones anstrengender Ausdauermühle die reinste Erholungskur gewesen sein: Tatsächlich sieht man Sheen, obschon er in der Hauptrolle geführt wird, vergleichsweise selten – ist doch das unter schwarzem Visier verborgene Phantom stets der Aktivposten in den Bewegungssequenzen. Dass dieses Packard und seine Gang eigentlich durchweg auf dieselbe Weise abserviert, ist, Tacheles gesprochen, ebenso langweilig wie doof, lässt sich jedoch vermutlich durch das Bestreben, ein vorrangig jugendliches Zielpublikum zu bedienen, erklären. Dennoch spielen auch bei der MPAA stets Verkaufsmodus und Intention eine Rolle und übernatürliche Selbstjustiz sowie Jugendliche, die sich mit schnellen Flitzern bei heißen Rennen zu Tode fahren, sind da wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders, was „The Wraith“ dann doch sein R-Rating eintrug. Ein besonderer Lichtblick ist wie immer Clint Howard, hier mit Starkstromfrisur am Start. Zudem hat der Soundtrack eine Menge zeitgenössischer Stromgitarren an Bord und liefert der Film an sich auch sonst eine großzügige Portion nostalgischer Erinnerungen, weshalb ich ihn trotz seiner diversen Schwachstellen zugegebenermaßen auch recht gern mag.

6/10

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