MESSENGER OF DEATH

„No, it wasn’t me! And you oughta stay quiet, you stupid bastard!“

Messenger Of Death (Das Gesetz ist der Tod) ~ USA 1988
Directed By: J. Lee Thompson

Als eine neunköpfige Mormonenfamilie mit Ausnahme des außer Haus befindlichen Vaters (Charles Dierkop) ermordet wird, nimmt sich der findige Starreporter Garret Smith (Charles Bronson) des Falles an. Unterstützt durch den hiesigen Polizeichef (Daniel Benzali) findet Smith heraus, dass der Großvater der Familie, Willis Beacham (Jeff Corey), und dessen weiter entfernt lebender Bruder Zenas (John Ireland) seit Jahren verfeindet sind und sich das Massaker gegenseitig in die Schuhe schieben. Smith hält jedoch keinen der beiden religionsfanatischen Streithähne für schuldig, sondern vermutet, dass der wahre Drahtzieher sie bloß gegeneinander aufwiegeln will und aus rein wirtschaftlichem Interesse vorgeht. Zenas Beechams Farm liegt nämlich über riesigen unterirdischen Wasservorkommen, die einen beträchtlichen Marktwert darstellen…

Eine der wenigen „altersangemessenen“ Rollen, die Charles Bronson während seiner späten Jahre, in denen er zumeist, so auch in diesem Falle, exklusiv für die Cannon arbeitete. Hier muss er einmal nicht den Part des wilden Rächers oder Selbstjustizlers bedienen, sondern ein geachtetes Mitglied der Hochsozietät, ein Reporter-Ass, das in höchsten gesellschaftlichen Kreisen verkehrt und dem somit im Recherchefalle Tür und Tor offensteht, wo andere längst verzagten. Eine Schusswaffe muss Garret Smith bloß einmal zur Hand nehmen und das auch nur, um eine ihm gelegte Finte als solche zu entlarven. Ansonsten genügen Köpfchen und Fäuste, um sich gegen potenzielle Attentäter, die ihm, als er zu tief gräbt, an Leib und Leben wollen, ruhig zu stellen. Das entbindet den Film jedoch gewiss nicht einer effektiven Härte; so weist der unwirsche Familienmassenmord zu Beginn gleich den keinesfalls bequemen Weg.
J. Lee Thompson, zum Premierenzeitpunkt von „Messenger Of Death“ bereits stolze 74 Jahre alt, befand es vollkommen zu Recht kaum mehr für nötig, irgendwem noch etwas beweisen zu müssen und lieferte die durchweg gediegene Handwerkskunst des erfahrenen Routiniers, frei von inszenatorischen Sperenzchen, ökonomisch und ohne jedweden Glamour, womit sein Film wiederum ganz der späten Cannon-Linie entspricht. Die allgegenwärtige, wenngleich sicherlich zweckmäßige Kritik an Sektierertum und religiösem Fanatismus steht ihm ferner gut zu Gesicht.
„Messenger Of Death“ bildete die vorletzte, gemeinsame Arbeit von Regisseur und Hauptdarsteller vor dem wieder weitaus ruppigeren und reaktionärerem „Kinjite“, nach dem es Thompson dann auch vergönnt war, endlich das Gnadenbrot aller großen Regisseure seines Jahrhunderts einnehmen zu dürfen.

7/10

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