THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW

„A mental mind fuck can be nice.“

The Rocky Horror Picture Show ~ Großbritannien/USA 1975
Directed By: Jim Sharman

Auf der Hochzeit von Freunden schwören auch Brad Majors (Barry Bostwick) und Janet Weiss (Susan Sarandon) sich ewige Treue per Verlobung. Doch die anschließende Autofahrt in den siebenten Himmel endet abrupt bei einem mysteriösen Schloss, auf dem nicht nur allerlei merkwürdige Zeitgenossen das Tanzbein schwingen, sondern dessen Hausherr Frank-N-Furter (Tim Curry) sich ihnen zudem als Transvestit vorstellt und diese Einführung lauthals untermauert. Furter hat außerdem ein künstliches Wesen namens „Rocky“ (Peter Hinwood) geschaffen, ein wahres Bild von einem Mann, das sein Konstrukteur sich vornehmlich fürs private Himmelbettchen herangezogen hat. Doch auch Janet lässt sich von Furter begatten sowie später von Rocky. Der koitale Reigen wird unterbrochen von Dr. Scott (Jonathan Adams), Brads Mentor und Gegner Furters, der beweisen will, dass es sich bei selbigem um einen außerirdischen Invasoren handelt. Kurz darauf finden sich die „Gäste“ in Alabasterstatuen verwandelt, die sich Furters Kabarettschau ansehen müssen. Bevor der Unhold es jedoch allzu toll treiben kann, veräußern sich seine beiden Diener Riff-Raff (Richard O’Brien) und Magenta (Patricia Quinn) als außerirdische Agenten, beenden Furters Umtriebe und fliegen mit dem gesamten Schloss heimwärts.

Wenngleich das ganze Fetischgehabe des Films mit all seinem Konfetti und Getucke, seinen Strapsen, seiner Travestievorliebe und so weiter kaum dem entspricht, was ich selbst gemeinhin als ‚amüsant‘ empfinde, so schaue ich mir das Ding mit gebührendem Abstand vom einen zum anderen Mal immer wieder mal gern an. Die Idee, den billigen und naiv gestrickten Drive-In-Filmen der vorangegangen Jahrzehnte in Form eines frivolen Musicals zu huldigen, das Genre zugleich zu parodieren und knallbunt zu revitalisieren ist doch zu schön und zumindest in dieser originär-originellen Umsetzung einzigartig und wohl kaum plagiierbar, was schonmal prinzipiell für jedes Kunstwerk spricht. Susan Sarandon war damals richtig schnuckelig, Tim Curry bleibt als vervollkommnete Leinwandtranse wohl unerreicht und Charles Gray als der edukative Erzähler, der mit Pfeife im Mund und wunderbarem englischen Dialekt vor den durch lotterhaften, vorehelichen Beischlaf dräuenden Gefahren des Lebens und in diesem Zusammenhang gleich noch vor bösartigen Aliens warnt und auch mal mittanzen darf, das Sahnehäubchen. Nahezu sämtliche Szenen beinhalten visuelle, direkte oder indirekte Querverweise zu Klassikern jedweder Kuleur, die ein hübsches Suchspiel für aufmerksame Betrachter garantieren und die beweisen, dass „The Rocky Horror Picture Show“ nicht nur vor gestalterischem Einfallsreichtum sondern auch vor großer cineastischer Universalkenntnis sprüht. Nicht alle musikalischen Stücke empfinde ich als wirkliche Knaller, wenngleich die wahren Fans das ganz anders sehen werden, aber zumindest der Eingangssong mit den im Ganzen elf zitierten SciFi-Klassikern und vor allem der Meat-Loaf-Beitrag holen alles aus den Schläuchen. In diesem Sinne: Don’t dream it, be it!

8/10

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