CARTOUCHE

Zitat entfällt.

Cartouche (Cartouche, der Bandit) ~ F/I 1962
Directed By: Philippe de Broca

Paris im frühen 18. Jahrhundert: Nach einem Zwischenspiel bei der kaiserlichen Armee schwingt sich der listige Tagedieb Louis-Dominique Bourguignon (Jean-Paul Belmondo) zum Räuberhauptmann „Cartouche“ auf, der mit seinen ihm treu ergebenen Männern auschließlich reiche Adlige ausplündert und mit diesen seine subversiven Scherze treibt. Besonders der Polizeipräfekt Ferrussac (Philippe Lemaire), auf dessen schöne Gattin Isabelle (Odile Versois) der auch als gehöriger Filou umtriebige Cartouche ein Auge geworfen hat, fühlt sich von den kostspieligen Streichen des Banditen brüskiert. So nutzt er seine Frau, um Cartouche eine Falle zu stellen, die letztlich dessen Geliebte Vénus (Claudia Cardinale) mit dem Leben bezahlen muss.

„Cartouche“ markierte die erste von insgesamt fünf Kollaborationen zwischen Regisseur Phillipe de Broca und Jean-Paul Belmondo und richtete dem im Aufstieg begriffenen Star zugleich dessen zweites, später dominierendes Standbein als gewitzter, romantischer Abenteurer und Actionheld ein, nachdem er bis dahin vornehmlich als dramatischer Darsteller in Nouvelle-Vague-Filmen aufgefallen war. De Brocas Film nimmt sich der bereits a priori cinephilen Geschichte des gleichnamigen Pariser Herumtreibers und Ganoven an, der in unmittelbar postnapoeleonischer Zeit sein Unwesen in der Metropole trieb und als einer Art „französischer Robin Hood“ die Annalen beflügelte. Bébel entpuppt sich umgehend als außerordentlicher Glückstreffer für die Rolle des Cartouche; allein sein allenthalben sarkastischer Gesichtsausdruck, der ihm den unnachahmlichen Hauch des Überheblichen, bisweilen stets etwas besser Informierten verleiht, ist die halbe Miete. Dass die Gratwanderung zwischen Verletzlichkeit und Ernst von ihm nicht minder trefflich gemeistert wid, untermauert noch den ikonographischen Status von Film und Figur. Die Inszenierung und dramaturgische Dichte vermag allerdings nicht mit den großen US-Vorbildern aus dem Swashbuckler- und Kostümfilmsegment Schritt zu halten. Besonders in der ersten Hälfte zerfällt de Brocas Narration immer wieder ins Episodenhafte und nimmt sich zuviel Zeit für letztlich Unerhebliches. Claudia Cardinales Figur der Vénus, die ich als eine der interessantesten des Films wahrnahm und deren Part sich ja im Nachhinein auch als stark motivatorisch für den Titelhelden entpuppt, wird derweil zu gering vertieft, zumal die Cardinale, jung und schön, vor aufregender Vitalität nur so sprüht.
Ein nicht ganz makelloser Abenteuerfilm also, der zumindest für jeden, der sich halbwegs intensiv mit Belmondos filmischem Schaffen befasst, eine allerdings unerlässliche Vorstellung impliziert.

7/10

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