VLAD TEPES

Zitat entfällt.

Vlad Tepes (Vlad der Pfähler) ~ RO 1979
Directed By: Doru Nastase

Im Jahre 1456 besteigt der walachische Fürst Vlad III. (Stefan Sileanu), der den Beinamen „Drăculea“ (Sohn des Drachen) trägt und später als „Țepeș“ (Pfähler) in die Geschichte eingehen soll, zum zweiten Mal den Thron seiner Heimat. Das Land darbt in jenen Tagen unter mehrerlei Fuchteln. Innerpolitisch verhindern die gierigen Bojaren eine feste Geschlossenheit der Region, da jeder von ihnen auf die Erweiterung des persönlichen Reichtums bedacht ist und sich keinen Deut um die Landesgeschicke schert. Zudem schwächen etliche kriminelle Elemente in Form von falschen Bettlern und Tagedieben die Wirtschaft. Die größte Bedrohung jedoch geht von dem osmanischen Feldherrn Mehmed II (Alexandru Repan) aus, der immer weiter in den Okzident vordringt, um ihn unter die Halbmondflagge zu zwingen. Um Rumänien zu einen, lässt Vlad drakonische Strafen über jeden Dissidenten herabregnen, was ihm bald seinen berüchtigten Rufnamen beschert. Erbost über die Härte seiner Regentschaft stellen die walachischen Bojaren Vlad immer wieder ein Bein nach dem anderen, doch bleibt dieser standhaft. Mit einer vornehmlich aus Söldner bestehenden Armee und unerhörten Kriegslisten bringt er den vorrückenden Türken herbste Verluste bei. Dennoch ist er wegen der gegen ihn gerichteten Strömungen bald zum Exil gezwungen.

Ein sauberer und aller Ehren werter Historienschinken, eine wichtige militärische Schachfigur des europäischen Spätmittelalters porträtierend, die bekanntlich noch umso größere popkulturelle Bedeutung erhielt als Vorbild für Bram Stokers Figur des Vampirs Dracula. Nastases Film entbehrt selbstredend jedweder Anbindungen oder auch nur subtiler Verweise an das Phantastische. Ist man so wie ich auf dem Sektor des Geschichts- und Monumentalfilms bunte, schillernde Hollywood-Konfektion gewohnt oder auch solche, wie sie zeitweilig in Westeuropa entstand, tritt man „Vlad Tepes“ vermutlich recht unvorbereitet gegenüber. Besonders in der ersten Hälfte kann das laut Credits unter professioneller, akademischer Beratung entstandene Werk sich nicht ganz des Eindrucks entledigen, wenig mehr denn dramaturgisiertes, dröges Schulfernsehen zu bieten. Die historische Akkuratesse des Gebotenen zweifelt man zu keiner Sekunde an, es mangelt jedoch an visuellen Wagnissen, an Pomp und Camp, eben dem also, was Geschichtsstunden im Kino üblicherweise so erquicklich macht. Als es dann im zweiten Part gegen die herannahenden Türken geht und Vlad sich Hilfe bei den Bulgaren und anderen Landesnachbarn sucht, seinen zum Islam konvertierten Halbbruder Radu (Ion Roxin) nötigt, als unfreiwilliger Mittelsmann zwischen ihm selbst und Mehmed zu interagieren und einen mit schäbigsten militärischen Mitteln geführten, aber leidlich erfolgreichen Guerillafeldzug gegen die Übermacht der osmanischen Eroberer startet, bekommt „Vlad Tepes“ Zug. Ich habe mir zwischendurch des Öfteren vorgestellt, Nastases ambitionierten Film irgendwann nochmal als eklektisches Prequel zum im selben Jahr entstanden „Nosferatu: Phantom der Nacht“ anzuschauen. Könnte mir vorstellen, dass diese auf den ersten Blick sicherlich höchst seltsam anmutende Passung einen recht eigentümlichen Reiz entwickelt.

7/10

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