THE STRANGER WORE A GUN

„This town is a disgrace to everyone in it.“

The Stranger Wore A Gun (Der schweigsame Fremde) ~ USA 1953
Directed By: André De Toth

Nachdem Gunman Jeff Travis (Randolph Scott) während des Bürgerkriegs als Spion für den brutalen Bushwacker Jim Martin (Clem Evans) gearbeitet hat, verspürt er tiefe Reue. Als Teil seiner privaten Wiedergutmachung eilt er dem Postkutschenunternehmer Conroy (Pierre Watkin) in Prescott, Arizona zur Hilfe.  Dieser fürchtet um seine Goldlieferungen, auf die es wiederum der Quantrill-Veteran Jules Mourret (George Macready) mitsamt seinen Männern abgesehen hat. Travis schleicht sich in Mourrets Bande ein und zersetzt diese gezielt von innen heraus.

Kleiner, vor allem im Direktvergleich wenig engagierter Ranown-Western, den Augenklappen-Haudegen André De Toth als eine von insgesamt sechs Filmen mit Randolph Scott als Hauptdarsteller inszenierte. Dabei kann „The Stranger Wore A Gun“ seine Füllfunktion und seinen Routinestatus als buchstäblicher Schnellschuss kaum verhehlen. Das augenfällige psychologische Element, durch Scotts Rolle als reumütiger Kriegsverbrecher mitsamt Schuld-/Sühne-Komplex geradezu zwingend gegebeben, wird durch die eindimensionale Charakterzeichnung des Helden sträflich vernachlässigt; inszenatorisch leistet sich De Toth einige herbe Schlampereien, die zwar den grundehrlichen Charme des Films als B-Produktion kaum weiter beschädigen, ihm jedoch analaog dazu einen wertigeren Status versagen. Da gibt es Zweikämpfe mit überdeutlich als solchen zu erkennenden Stuntman-Stellvertretern, grausig aussehende Prärie-Nachtsequenzen und andere Formmäkel, die der gewohnten Arbeitsweise des Regisseurs so gar nicht entsprechen wollen und schlichtweg von mangelnder Aufmerksamkeit zeugen. Auf der Habenseite stehen in diesem Falle ganz klar die illustren villains; neben Macready und seinen henchmen Ernest Borgnine und Lee Marvin, deren bloße Präsenz ja stets zu erfreuen weiß, ist dies vor allem der mexikanische Desperado Degas (Alfonso Bedaya) als Mourrets Intimfeind und Konkurrent. Ausgerechnet von dem eher wenig populären Nebendarsteller Bedaya geht die größte Spielfreude und damit einhergehend auch der größte figurale Charme des Films aus. Diese Tatsache spricht Bände im Zusammenhang mit dem Gesamtwerk.

5/10

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Ein Gedanke zu “THE STRANGER WORE A GUN

  1. Super Frank! Ein klassischer Beitrag aus der ZDF Sonntag-Morgen-Matinee. Wobei ich die Kollaborationen zwischen Scott, Brown und Lewis als Regisseur noch einen Tacken besser finde. Ansehen kann man sich die aber irgendwie alle.

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