SHEENA

„See! See! Even in chains, we can defeat them! Turn your minds back, oh my people. Remember yourselves- a thousand, a thousand moons ago! Bring your bows! Chief Harumba – Attack!“

Sheena ~ USA/UK 1984
Directed By: John Guillermin

Nachdem ihre Eltern (Michael Shannon, Nancy Paul), von Beruf Forscher, im zentralafrikanischen Staat Tigora in einer Höhle des heiligen Berges Gudjara verschüttet werden, wird die kleine Janet (Kathryn Grant) als „Sheena“ von einer Zambouli-Schamanin (Elizabeth of Toro) großgezogen. Von ihr erlernt Sheena mancherlei magische Fertigkeiten, darunter die, mit Tieren kommunizieren zu können.
Jahre später plant Otwani (Trevor Thomas), der Bruder des Königs Jabalani (Clifton Jones), einen Putsch gegen den Monarchen, der auch dessen Ermordung beinhaltet. Otwani, nebenbei ein internationaler Fußballstar, hat es dabei vor allem auf die Bodenschätze der Zambouli abgesehen, die für seinen Bruder stets tabu waren. Um den Umsturz medienwirksam aufzuziehen, lädt Otwani seinen alten Freund, den Sportjournalisten Vic Casey (Ted Wass) nach Tigora ein. Dummerweise filmen Casey und sein Kumpel Fletcher (Donovan Scott) jedoch belastendes Material, so dass Otwani auch sie beseitigen muss. Die beiden Freunde stoßen auf die geheimnisvolle Sheena und nehmen mit ihr zusammen den Kampf gegen Otwani und seine Söldnertruppe auf.

Diese auf einem alten Comicstrip von Will Eisner basierende Tarzanade beweist einmal mehr, dass Frauen in der Titelrolle ein fast noch lohnenswerteres Subjekt für derlei Heldenepen sind als ihre männlichen Kollegen. Der Grund dafür ist ein entwaffnend simpler: Mit wohlgeformten Rundungen unterm Lendenschurz potenziert sich – zumindest für die männliche Zuschauerschaft – der dem Subgenre implizite Sexfaktor und damit einhergehend auch das dazugehörige Camp-Element. Tatsächlich bildet „Sheena“ Campkino in Reinkultur ab; der Film besitzt wie wohl nur wenige andere rundum alles, was diese besondere Film-„Gattung“ so erquicklich gestaltet und auszeichnet: Mit John Guillermin trat ein erfahrener, profilierter Regisseur an, der mit großzügig budgetierten Stoffen haushalten konnte, die production values (Design von Peter Murton)  sind durchweg stimmig und geben den Augen Zucker, die Fotografie von Pasqualino De Santis, ehedem häufig für Visconti und Zeffirelli unterwegs, verwöhnt den Zuschauer darüber hinaus mit wahrhaft erlesenen Bildern. Story und Dialoge glänzen mit entwaffnender Naivität und  überwiegend liebenswertem Tongue-in-cheek-Humor, der allerdings ebensooft über die Stränge schlägt und sich hemmungsloser Albernheit ergeben muss. Tanya Roberts spielt dermaßen inbrünstig, als wolle sie in ihrer ersten, großen Titelrolle sich selbst und der Welt beweisen, welch gigantische Qualitäten ihr zu Eigen sind. Ein wenig tragisch ist das schon, denn man lechzt dann doch bloß nach jeder Szene, in der sie wieder einmal ihren entblätterten Luxusleib präsentiert. Ich glaube, Tanya Roberts mit ihren graublauen Augen war in den Achtzigern sowieso meine erste große Star-Liebe und wohl auch die erste nackte Erwachsene, bei der ich plötzlich nicht mehr laut verschämt „Iiih!“ rief. Ich liebte sie damals (und eigentlich auch heute noch) im letzten Moore-Bond „A View To A Kill“ (zugleich der erste der Reihe, den ich im Kino sah), in Coscarellis „Beastmaster“ und eben vor allem in „Sheena“. Nach diesem, der in Anbetracht seiner nicht eben kostengünstigen Produktion pompös floppte und danach mit Pauken und Trompeten im Erdboden versank, wurde es mit Ausnahme ihrer Gespielinnenrolle im wahrscheinlich bereits zuvor avisierten Bond-Film bedauerlich still um sie. Das finde ich persönlich nachhaltig bedauernswert.

7/10

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