NECROMANCER

„This is what you wanted!“

Necromancer ~ USA 1988
Directed By: Dusty Nelson

Nachdem sie von dem misogynen Konzertmanager Paul DuShane (Stan Hurwitz) im Beisein zweier Kumpel (Edward A. Wright, Shawn Eisner) vergewaltigt wird, sinnt die Schauspielstudentin Julie (Elizabeth Cayton) auf Rache. Über eine Freundin (Rhonda Dorton) gerät Julie an eine mysteriöse Hexe Freda (Lois Masten), die bei Bedarf Höllengeister heraufbeschwören kann. Julie lässt sich nicht lange bitten und geht einen Rachepakt mit Freda ein, der bald dafür sorgt, dass dem üblen Trio bald dämonische Gerechtigkeit widerfährt. Doch damit hat Freda, die mit dem Wesen in direkter Verbindung steht, nicht genug: Der Blutzoll muss noch höher werden! Nun ist es an Julie, die Geister, die sie rief, wieder in deren Schranken zu weisen…

Ein kleiner Genre-Schimmelpilz aus den derlei Minimalstproduktionen legionär ausschüttenden Achtzigern. Ich mag das Zeug ja in der Regel recht gern, weil ich mir mit dessen Betrachtungen regelmäßig ein Stück Spätkindheit zurückerobere und der oftmals nach Langem stattfindenden Wiederholung von Filmen wie Dusty Nelsons „Necromancer“ in meinem Falle somit immer auch angenehme Assoziationen von Naivität und Unschuld anhaften. Bemüht man sich allerdings um eine im Hinblick auf Gestaltung und Narration objektivere Herangehensweise an Nelsons vierten und vorletzten Film, kann man kaum umhin, ihn maximal irgendwo zwischen Gewürz- und Schlangengurken einzusortieren: Eine nachvollziehbare Spannungskurve ist faktisch nicht vorhanden, man bleibt den ganzen Film über ungerührt, weil keine der Figuren – einschließlich der gebeutelten Protagonistin – auch nur ein Mindestmaß an Zuschauerempathie zu evozieren vermag. Völlig hanebüchen etwa der Subplot um einen satanistisch interessierten Skaternerd (David Flynn), der einzig und allein zu Streckungsgründen herhält. Hinzu kommt, dass genau jene Faktoren, die im Exploitationfilm an Knotenpunkten wie diesem stets als Retter in der Not herhalten sollten, nämlich Sex und Gewalt, sich hier auf jeweiliges Mindestmaß beschränken. Dabei verfügt etwa gerade Hauptdarstellerin Elizabeth Cayton unschwer erkennbar über manch sehenswerte Attribute und hätten die stets bloß angedeuteten Attacken des Rachedämons (den man zudem nie so richtig zu sehen bekommt) hinreichend expliziten Stoff für mancherlei Exzess eines emsigen Nachwuchs-F/X-Wiz bereitgehalten. So jedoch bleibt alles weitgehend domestiziert. Dabei ist genau Eines bei Filmen wie „Necromancer“ fehl am Platze: Zurückhaltung.
Einen einsamen Lichtblick bildet zumindest der bereits seit einigen Jahren in offenbar höchsten Geldnöten befindliche „West Side Story“-Jet Russ Tamblyn, hier lustvoll aufspielend als schmieriger Theaterregisseur und Dozent zu sehen. Tamblyn war sich in jener Karrieperiode für keinen noch so großen Unfug zu schade, was indes den oftmals kruden Produktionen, für die er seinen bis heute klangvollen Namen hergab, wiederum stets einen letzten Rest von Glanz verlieh.

4/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s