THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES

„Will you follow me, one last time?“

The Hobbit: The Battle Of The Five Armies (Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere) ~ NZ/USA 2014
Directed By: Peter Jackson

Nachdem der Drache Smaug (Benedict Cumberbatch) die Flussstadt der Menschen dem Erdboden gleich gemacht hat, gelingt es dem Bogenschützen Bard (Luke Evans), das Ungeheuer zu erlegen. Damit wird für die Zwerge rund um Thorin Eichenschild (Richard Armitage) der Weg nach Erebor frei. Gandalf kann sich mithilfe von Galadriel (Cate Blanchett),  Elrond (Hugo Weaving) und Saruman (Christopher Lee) aus den Fängen des Nekromanten befreien und Bilbo (Martin Freeman) zur Hilfe eilen. Angesichts des Goldes verändert sich Thorin derweil merklich: Er verlangt nach dem entgegen seiner Kenntnis noch immer in Bilbos Besitz befindlichem Arkenstein und stellt sich gegen die obdachlos gewordenen Menschen der Flussstadt sowie ein herannahendes Elbenheer um König Thranduil (Lee Pace). Verstärkung erhält Thorin durch die Armee seines Vetters Dain (Billy Connolly). Kurz darauf trifft jedoch noch das Ork-Heer um den blutrünstigen Azog (Manu Bennett) ein. Zwergen, Elben und Menschen sind gezwungen, zusammen gegen die Monster zu kämpfen und bald besinnt sich auch Thorin wieder seiner ursprünglichen Werte.

So findet denn nun auch die großangelegte „Hobbit“-Trilogie mit dem Erscheinen des um zwanzig Minuten erweiterten „extended cut“ für die Heimmedien ihren Abschluss. Der epische Hauch mitsamt seinerm gewaltigen, fast schon shakespeare’schem Dramenatem, wie man ihn von „Lord Of The Rings“ kannte, wich hier zu großen Teilen einer etwas familiengerechteren Aktionsdramaturgie, die sich neben ihrer Rasanz stets auch ein gewisses Augenzwinkern bewahrte. In „The Battle Of The Five Armies“, dem Titel gerecht werdend der martialischste Beitrag der Serie, rollen nun auch einige Ork-Köpfe, doch bleibt die visuelle und auch die effektive Gewaltspirale stets in domestizierten Bahnen, ähnlich wie bei „Star Wars“ et. al., in dem die in Legionsstärke auftretenden Bösen ja vor allem als Kanonenfutter herhalten mussten und müssen. Besonders „LOTR“-Verehrer werden dem „Hobbit“-Finale nun den einen oder anderen nicht unberechtigten Vorwurf entgegenbellen mögen: Der Film transportiert nämlich bisweilen den Eindruck einer beinahe schon erleichtert durchexerzierten Pflichterfüllung. Die losen Handlungsstränge werden allesamt zu ihren Enden geführt und/oder verknüpft, die Bezüge und Spuren zum großen Sequel sorgfältig gelegt. Im Vordergrund stehen jedoch Kriegsspektakel und Kampfesgetümmel, die das Geschehen über weite Strecken dominieren. Ich muss gestehen, dass mir als jemandem mit einer ausgeprägten Schwäche für großzügig ausgerollte Schlachtenszenarien gerade das besonders gefiel und die zweieinhalb Stunden daher nur so an mir vorbeiflogen. Tatsächlich habe ich im Hinblick auf Fantasy-Topoi grundsätzlich immer schon den „Sword“- dem „Sorcery“-Faktor vorgezogen, weshalb ich auch den zudem mit äußerster formaler Perfektion ausgearbeiteten Sensationscharakter von „The Battle Of The Five Armies“ dem ausgewalzten Soap-Tennis von „Game Of Thrones“ deutlich und immer vorziehen würde. Insofern finde ich es ziemlich schade, dass Tolkien zu seinen Lebzeiten nicht noch mehr Mittelerde-Epen verfasst hat (das eher synkopisch gehaltene „Silmarillion“ eignet sich wohl kaum für eine Kinoadaption), deren Peter Jackson sich mit seiner unbändigen Fabulierkunst leinwandgerecht annehmen könnte.

9/10

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