DIAGNOSIS: MURDER

„Keep on searching.“

Diagnosis: Murder (Der See der verstümmelten Leichen) ~ UK 1975
Directed By: Sidney Hayers

Der Neurologe Dr. Hayward (Christopher Lee) pflegt ein Verhältnis mit seiner Sekretärin Helen (Judy Geeson) und will zu diesem Zwecke und der großzügigen Erbschaft wegen seine Frau Julia (Dilys Hamlett) aus dem Wege räumen. Dazu entwickelt er einen teuflischen Plan, der die Beteiligung der Polizei von vornherein mit einbezieht. Zwar tappt der ermittelnde Detective Lomax (Jon Finch) zunächst noch im Dunkeln, entwickelt jedoch bald zielsichere Verdachtsmomente. Derweil hat Lomax auch privat mit einigen Problemen zu kämpfen: Er liebt eine verheiratete Frau (Jane Merrow)…

Der Name Sidney Hayers‘, der vielversprechende deutsche Titel und der reißerisch aufgemachte Kino-Aushang, der auch auf dem DVD-Cover prangt, haben mich in hinreichendem Maße bewogen, mich diesem somit vielversprechenden Film auszusetzen. Allerdings fand ich mich rasch eines Besseren belehrt, denn in „Diagnosis: Murder“ gibt es weder Untote, noch Verstümmelungen oder sonst irgendwelche exploitativen Elemente. Im Gegenteil entpuppt sich Hayers Film basal nicht nur als komplett jugendfrei (auch wenn das von jehers beibehaltene FSK-Siegel dem Zuschauer etwas ganz anderes weiszumachen versucht), sondern stattdessen als ein ordentlich hergestellter, jedoch weithin ordinärer Thriller mit charakteristisch-britischem Einschlag. Das Psychoduell zwischen den beiden prinzipiell großartigen Antagonisten Lee und Finch gibt sich recht spannend aufgezogen und am Ende hat es fürderhin eine Überraschung, mit der im Vorhinein so nicht zu rechnen war und die dem gesamten Film dann doch noch einen Hauch des gepflegt Abgründigen verleiht. Allerdings verharren die zwei Hauptdarsteller in relativ gemäßigten Positionen. Zu Finchs Charakter, einem grenzdepressiven, phlegmatischen Bullen, passt das recht gut, Lees Figur indes hätte man gern noch ein wenig mehr Diabolik zuführen können. Für seine kriminelle Energie bleibt er alles in allem noch zu verständig. Lediglich eine Szene, in der er auf dem See hinter seiner Villa mit diebischer Freude seine Nachbarin per Motorboot ärgert, offenbart Haywards sadistische Neigungen.

6/10

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