THE CURSE

„Nathan, what is wrong with your chickens?“

The Curse ~ USA/I 1987
Directed By: David Keith

Tennessee, tiefste Provinz. Nachdem in Grundtsücksnähe des erzpuritanischen Farmers Nathan Crane (Claude Akins) eine Art Meteorit heruntergegangen ist, beginnen sich Grün, Tiere und Menschen auf schreckliche Weise zu verändern. Schuld daran ist die sukzessive Verseuchung des Brunnens, aus dem die Cranes sämtliches benötigtes Wasser beziehen. Nur Cranes Stiefsohn Zack (Wil Wheaton) scheint sich der zunehmenden Gefahr bewusst und beginnt, sich Wasser und Lebensmittel von außerhalb zu verschaffen.

Die zweite Adaption von H.P. Lovecrafts grandioser Kurzgeschichte „The Colour Out Of Space“ nach Daniel Hallers 65er „Die, Monster, Die!“, die ehedem das ursprüngliche Neu-England-Setting der Story nach Europa verlegte und die Vorlage allgemein recht stiefmütterlich behandelte.
Diese jüngere Version, die ihren literarischen Ursprung in den Credits unerwähnt lässt, ist deutlich ansprechender geraten und dürfte Lovecrafts verschrobener Phantasie trotz neuerlicher Modifikationen durchaus gut zu Gesicht stehen. Produziert von Ovidio G. Assonitis und inszeniert von dem hauptberuflich als Schauspieler tätigen David Keith verlagert sich der Plot nach Tennessee, was das Script zum Anlass nimmt, seine Horror- und SciFi-Elemente um ein gepfeffertes Stück Südstaaten-Satire anzureichern.
Berichtete Lovecrafts Geschichte ihre schrecklichen Vorkommnisse noch aus der auktorialen Perspektive eines Außenstehenden von den grauenhaften Ereignissen um die betroffene Farmerfamilie, steht hier der damals prominente Nachwuchsdarsteller Wil Wheaton als Stiefsohn im Zentrum des Geschehens. Dieser bildet mit einer leiblichen Mutter (Kathleen Jordan Gregory) und seiner kleinen Schwester Alice (Amy Wheaton) eine Patchwork-Familie um den traditionsverhafteten Farmer Crane und dessen tumben Sohn Cyrus (Malcolm Danare). Verläuft das Leben auf der Crane-Farm für den armen Zack ohnehin schon an der Grenze des Erträglichen, rächt sich die Bigotterie des verklemmten Stiefvaters durch den bösen, extraterrestrischen Einfluss des Meteors: die gesamte Ernte ist bald ungenießbar und von Maden durchsetzt, die Tiere drehen durch und verenden qualvoll, die Familie fällt, mit Ausnahme von Zack, physischer und mentaler Mutation anheim. Auch der hilfsbereite Nachbar Doktor Forbes (Cooper Huckabee) kann trotz seines Engagements nichts für Zack tun und so nimmt das Schicksal den von Lovecraft bekannten, quälenden Verlauf. Durch seinen gekonnt schwarzhumorigen Einschlag auf der einen und die durchaus involvierende, niederschmetternde Verfallsstudie auf der anderen Seite ist Gelegenheitsregisseur Keith ein properer, sorgfältig inszenierter Gattungsbeitrag geglückt nebst allen nötigen Eigenschaften, den geneigten Lovecraft- und Genrefreund frohgemut zu stimmen, von dem ich mich frage, warum er bisher stets an mir vorübergegangen ist. Lediglich der Score von Franco Micalizzi wirkt hier und da ein wenig verloren und nicht immer passend.
Ansonsten sehr fein und offenbar sträflichst unterbewertet.

8/10

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