DON’T OPEN TILL CHRISTMAS

„I have a reasonable suspicion!“

Don’t Open Till Christmas (Fröhliche Weihnacht) ~ UK 1984
Directed By: Edmund Purdom

Ein maskierter Irrer streift durch das weihnachtliche London und bringt wahllos jeden als Weihnachtsmann verkleideten Zeitgenossen um, dessen er habhaft wird. Die junge Kate Briosky (Belinda Mayne), deren Vater (Laurence Harrington) zu den Opfern des Killers zählt, macht sich auf, Scotland Yard bei der Tätersuche zu unterstützen. Dabei kommt sie einem ungeheuerlichen Geheimnis auf die Spur…

Ein Film, an dem so ziemlich alles sonderbar bis wunderlich ist. Von eher italienisch anmutender Provenienz beseelt, würde man eigentlich zu keiner Sekunde erwarten, hier einer englischen Produktion ansichtig zu werden – und doch, auch die Briten verließen hier und da die hochnäsigen Pfade ihrer im Regelfalle kultivierteren Kinofabrikation, um dann einmal so richtig die Sau durchs Dorf zu treiben. Exemplarisch geschehen im Falle dieses vollranzigen Exploiters, der einzigen Regiearbeit des vom vielversprechenden Nachwuchs-Hollywoodstar auf Euro-Abwege geratenen Edmund Purdom. Von Mankiewicz über Curtiz und Thorpe bis hin zu Aristide Massaccesi und Sergio Martino führte seine illustre Filmkarriere – und bis zu diesem zweifelhaften Höhepunkt der buchstäblichen Selbstinszenierung. So erklärt sich die Genese des Films immerhin zumindest ansatzweise: Joe D’Amato hat Edmund Purdom hypnotisiert und nicht mehr aufwachen lassen!
Das Script zu „Don’t Open Till Christmas“ ist ein Musterexempel an Brüchen und Fehlerbehaftung; teilweise wird der Zuschauer mit absolutem Nonsens konfrontiert, den er dann rigoros zu schlucken gezwungen ist. Der Schmier tropft aus allen Ritzen und irgendwie erweisen sich diese ganzen vollkommen versoffenen und notgeilen Weihnachtsmänner dann auch als so widerwärtig, dass man dem Mörder nurmehr alles Gute wünscht beim Großreinemachen. Wie Caroline Munro als Sängerin einer Popgruppe mit einer einzigen Dialogzeile sich zu ihrem Gastauftritt überreden ließ, wäre dann noch zu klären. Oder auch nicht.
Dass jedenfalls soviel exorbitanter Schund gar nicht anders kann, denn sich bald als liebenswertes Artefakt seiner Zeit zu erweisen, muss kaum gesondert erwähnt werden. Seien Sie dabei! Mindestens so deliziös wie eine madenverseuchte, schimmlige Weihnachtsgans aus dem Römertopf! Sehen, hören, staunen!

5/10

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