SHE’S OUT OF CONTROL

„Now, what have we learned today?“

She’s Out Of Control (Hände weg von meiner Tochter) ~ USA 1989
Directed By: Stan Dragoti

Den alleinerziehenden Radiomanager Doug Simpson (Tony Danza) trifft der Schlag, als er nach einem Europatrip wieder nach Hause kommt und feststellen muss, dass sich seine fünfzehnjährige Tochter Katie (Ami Dolenz) quasi über Nacht von einem schüchternen Entlein in einen wunderhübschen Schwan verwandelt hat. Urplötzlich kann sich Katie vor Jungs und vor Verabredungen nicht mehr retten – ganz zum Leidwesen von Doug, der sein Töchterlein einfach nicht loslassen mag. Mithilfe des Psychiaters Fishbinder (Wallace Shawn) und dessen Buch für gestresste Väter versucht Doug alles, mit der ihn auswringenden Situation zurecht zu kommen.

Ich habe das Glück, „She’s Out Of Control“ bereits vor 26 Jahren im Kino gesehen zu haben dürfen. Der langjährige Filmfreund weiß, dass einstmals Hochgeschätztes über die Zeiten bisweilen verschalt oder gar ungenießbar wird, anderes wiederum jedoch reift wie ein gutes Tröpfchen im Weinkeller des cineastischen Gedächtnisses. Dies ist so ein Fall: Bestimmt seit zwanzig Jahren nicht mehr geschaut, fand ich ein vergessenes Kleinod und eine der schönsten Komödien der Spätachtziger vor, an der, ein paar Eingeständnisse an die hollywood’sche Klischeepflege unberücksichtigt, eigentlich alles stimmt. Die Besetzung, allen voran Tony Danza und Wallace Shawn, ist durchgängig super, wobei vor allem noch Dana Ashbrook und Matthew Perry als Nachwuchsgalane eine Menge an komischem Potenzial entfalten. Es gibt haufenweise denkwürdige Szenen, von denen jede einzelne mehr oder weniger unikales Sketchpotenzial besitzt. Ich persönlich liebe ganz besonders die am Strand, als Ami Dolenz im Badeanzug mit wogenden Brüsten und in Zeitlupe zu Yellos „Oh Yeah“ aus der Brandung gelaufen kommt, während Danza fast einen Herzkasper bekommt, vor allem, als er feststellen muss, wie jeder einzelne männliche Strandbesucher seiner Katie hinterhergeifert. Zwar ist die basale Idee nicht ganz neu und variiert ein wenig Henry Kosters „Take Her, She’s Mine“, hat jedoch ebenso selbst einigen inspirierenden Einfluss zu verzeichnen. Aus den permanenten Psychiaterkonsultationen des zunehmend neurotischen Patienten etwa hat Frank Oz später einen eigenen Film gemacht, der auch nicht viel witziger ist. Zudem ist die deutsche Synchronisation großartig und ohne Fehl und Tadel.
Hier muss dringend ein digitaler Bildtonträger her; nehme sich im neuen Jahr bitte endlich jemand der Sache an. Bitte!

8/10

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