HOT PURSUIT

„They call me ‚Mr. Determined‘!“

Hot Pursuit (Mr. Alligator – See You Later…) ~ USA 1987
Directed By: Steven Lisberger

Gerade dachte der arme Chemiestudent Dan Bartlett (John Cusack) noch, er habe seine Diplomprüfung vergeigt, da schanzt ihm sein verständiger Prof (Joseph F. Foster) doch noch den ersehnten Abschluss zu – dummerweise eine Viertelstunde zu spät, denn Freundin Lori (Wendy Gazelle) ist bereits mit ihrer Familie in die Karibik abgeflogen, zu jenem Urlaub, an dem Dan ursprünglich teilnehmen sollte und den er unter falschen Voraussetzungen kurz zuvor abgesagt hat. Verspätet am Ziel angekommen, erwarten den permanent kurz vorm Nervenzusammenbruch stehenden Danny auf der Jagd nach seiner ihm stets eine Nasenlänge im Voraus befindlichen Angebeteten allerlei schräge Abenteuer mit Einheimischen, einem versoffenen Skipper (Robert Loggia) und üblen Seajackern…

Nach einer fünfjährigen Pause bildete die Cusack-Komödie „Hot Pursuit“ Steven Lisbergers erste Regiearbeit seit seinem Cyberspektakel „TRON“. Wenn man überhaupt von möglichen Analogien zwischen den zwei Projekten sprechen möchte, dann dürften sich diese in Marginalitäten und willkürlich Herbeifabuliertem erschöpfen, so etwa der Feststellung, dass sich in beiden Film ein desorientierter Held wie weiland Odysseus auf eine gefahrvolle Reise in unbekanntes Terrain zu begeben hat. Ansonsten erweist sich  Lisberger als kein eben außerordentlicher Komödienregisseur, obschon er mit Cusack einen vorrangigen Darsteller der Achtziger-TeenCom an Bord hatte und auch die Nebenrollen durch die Besetzung durchweg gut aufgelegter Akteure glänzen können.
Allerdings versagt „Hot Pursuit“ etwas im Hinblick auf seine narrative Stringenz. Die an sich vielversprechende Geschichte einer sich ständig durch dumme Zufälle verzögernden Hetzjagd hätte wesentlich temporeicher inszeniert werden können – stattdessen gibt es immer wieder dramaturgische Bremsklötze in Form unnötig platzierter Durchhänger, die irgendwo zwischen ‚redundant‘ und ‚albern‘ umherpendeln. Eine Story, die explizit auf dem Faktor Geschwindigkeit fußt, bedarf eben auch einer impliziten Umsetzung derselben. Insofern hätte es dem – im Nachhinein noch von Tom Mankiewicz unkreditiert überarbeitetem – Script gut getan, wenn es die eine oder andere Episode verkürzt (Übernachtung im Dschungel) oder wohlweislich ganz darauf verzichtet (Gefängnisaufenthalt) verzichtet hätte. Dass dann am Ende noch ein weiterer Kriminal-Subplot rund um Jerry und Ben Stiller als Vater und Sohn Ganoven nebst einer Kapitänsleiche installiert werden musste, wirkt wiederum redundant.
Lisberger fehlt es wohl schlicht an der selbstsicheren Leichtigkeit und Chuzpe eines Rob Reiner oder Savage Steve Holland, die mit dem jungen John Cusack ehedem deutlich mehr anzufangen wussten.

5/10

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