RED SKIES OF MONTANA

„I tell you, I can’t remember…“

Red Skies Of Montana (Die Feuerspringer von Montana) ~ USA 1952
Directed By: Joseph M. Newman

Cliff Mason (Richard Widmark) gehört zu einer todesmutigen Einheit von „Feuerspringern“, die im Gebiet der mittwestlichen Rocky Mountains immer dann zur Hilfe eilen, wenn wieder mal ein Waldbrand über die Stränge schlägt. Die Aufgabe von Cliff und seinen Männern ist es dann, die Flammen vor Ort soweit einzudämmen, dass sie keine weitere Gefahr darstellen. Bei einem besonders harten Einsatz kommt Cliffs gesamte Truppe ums Leben – mit Ausnahme von ihm selbst. Eine Amnesie infolge der horriblen Ereignisse verhindert jedoch, dass Cliff sich an die genaue Abfolge derselben erinnern kann. Dies wurmt besonders Cliffs Kollegen Ed (Jeffrey Hunter), dessen Vater Pop (Joe Sawyer) ebenfalls in den Flammen umkam und der Cliff insgeheim Feigheit im Angesicht der Ausweglosigkeit unterstellt. Die Situation zwischen Cliff und Ed spitzt sich mehr und mehr zu, bis Ed glaubt, den endgültigen Beweis für Cliffs Schuld gefunden zu haben und in wilder Raserei auf ihn losgeht.

Wo Männer noch Männer sind! Richard Widmark spielt in einem der vielen Vertragsfilme für seinen damaligen Brötchengeber Fox einen kernigen Todesverächter und Hasardeur, der plötzlich und trotz langer Verdienstliste unter dem Verdacht steht, Feigheit im Einsatz walten gelassen und somit das Leben mehrerer Kameraden auf dem Gewissen zu haben. Wäre Cliff Mason selbst in den Flammen umgekommen, stünde er nunmehr als Held da – eine vertrackte und gewissermaßen perverse Crux. Dieser Topos könnte in leicht modifizierter Form natürlich auch direkt einem Beitrag zu damaligen Kriegsfilmwelle entstammen: Feigheit vor dem Feind, der Tod der untergebenen Kameraden, Verantwortung vor Kriegsgericht und Gewissen. Vielleicht hat man daraus ein heimisches Actionszenario gemacht, um das Publikum nicht mit Filmen über das soeben im Verwinden begriffene Posttrauma des Zweiten Weltkriegs überzustrapazieren. Letzten Endes spielt die Genrezugehörigkeit jedoch ohnehin keine wesentliche Rolle; vielmehr steht das psychologische Moment und die Spannung zwischen den Figuren, die Widmark und Hunter spielen, im Vordergrund. Besonders ersterer, dessen markante Physiognomie ihn zuvor häufig auf üble Fieslinge oder zumindest zwielichtige Patrone festgenagelt hatte, ist als Held im Schatten trefflich besetzt. Er bewerkstelligt durch sein nuanciertes Spiel tatsächlich, dass zumindest Ansätze des Zweifelns an einer heroischen Integrität (die ein Feuerbekämpfer a priori mitzubringen hat, ein ungeschriebenes Branchengesetz!) seitens des Publikums aufkommen. Umso größer die Freude darüber, dass er sich am Ende von jedwedem Verdacht, etwas falsch gemacht zu haben, freistrampeln und sogar das Vertrauen seines Filmrivalen zurückgewinnen kann. Hollywood’s own bright heroes eben.

7/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s