SHOCK TREATMENT

„Tell me what you see… does my face change?“

Shock Treatment (Der Mörder mit der Gartenschere) ~ USA 1964
Directed By: Denis Sanders

Der schizophrene Gärtner Martin Ashley (Roddy McDowall) tötet seine Arbeitgeberin, die reiche Mrs. Townsend (Beatrice Grenough) mit seiner Rosenschere. Das Barvermögen der alten Dame soll er angeblich verbrannt haben. Das Gericht entscheidet, dass Ashley zur Behandlung in die Nervenheilanstalt von Dr. Beighley (Lauren Bacall) eingewiesen wird. Mrs. Townsends Nachbar Manning (Judson Laire) traut dem Braten jedoch nicht und glaubt, dass es sich um ein Komplott handelt, dass dazu dient, das vermisste Geld in Dr. Beighleys Hände zu treiben, auf dass diese es für ihre medizinische Forschung aufwänden kann. Um dies zu beweisen, engagiert Manning den Schauspieler Dale Nelson (Stuart Whitman), der sich als Spitzel in Dr. Beighleys Klinik einschmuggeln und Martins Vertrauen gewinnen soll. Als Dr. Beighley hinter den Schwindel kommt, rächt sie sich furchtbar an Nelson…

Dieser von der Zeit etwas vergessene, kleine Thriller reiht sich relativ nahtlos in eine Reihe von Genrefilmen ein, die sich, recht dicht beieinander entstanden, mit dem Wohl und Wehe von Geisteskrankheiten und deren oftmals fragwürdiger Behandlung in psychiatrischen Einrichtungen befassten. „Shock Treatment“ greift dabei gleich zwei bestimmende Topoi auf und vermengt sie: Zum Einen geht es um ernstlich gestörte Patienten, die einer unbedingten professionellen Pflege und Betreuung bedürfen, zum anderen um den geistig gesunden Maulwurf, der die sich hinter geschlossenen Mauern ereignende Missstände offenlegen soll. Erster zählt spätestens seit Hitchcocks „Psycho“ zum festen Figureninventar des Genres, Letzteren hat man bereits ein Jahr zuvor in Samuel Fullers höchst beeindruckendem und beklemmenden „Shock Corridor“ kennengelernt. „Shock Treatment“ gibt sich deutlich trivialer und exploitativer als Fullers unumstrittenes Kunstwerk und liebäugelt zugleich ein wenig mit dem ebenfalls zeitgenössischen Affektkino eines William Castle. Dennoch lässt sich dem eher per Gelegenheit arbeitenden Regisseur durchweg bescheinigen, dass er seine manchmal etwas hanebüchen und apologetisch wirkende Story gut in den Griff bekommt und sie spannend zu inszenieren weiß. Dafür trägt auch sein hervorragendes Ensemble Rechnung, dass neben Roddy McDowall als glaubhaftem Irren, Stuart Whitman als Identifikationbasis stiftendem Helden und besonders Lauren Bacall als narzisstischer Manikerin, deren Persönlichkeit am Schluss vollends zusammenbricht, mit Ossie Davis und Carol Lynley über zwei hervorragende Nebendarsteller verfügt. Gemeinsam bringt man das Kunststück fertig, die geringfügig spekulative, da speziell im Hinblick auf psychiatrische Realitäten sich etwas zweifelhaft exponierende Geschichte zu einem doch noch sehenswerten Finish zu führen.

7/10

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