LOS DESESPERADOS

Zitat entfällt.

Los Desesperados (Um sie war der Hauch des Todes) ~ E/I 1969
Directed By: Julio Buchs

Als der Konföderiertensoldat John Warner (George Hilton) erfährt, dass seine Geliebte Maria, die Tochter des mächtigen Ranchers Don Sandoval (Ernest Borgnine), ein Kind zur Welt gebracht hat, desertiert er kurzerhand und sucht Sandovals Haus auf. Dieser erklärt Warner, dass Maria bei der Geburt gestorben sei, übergibt ihm den kleinen Jungen und jagt ihn fluchend von dannen. Mithilfe seines Freundes Lucky (Albert de Mendoza) und eines unterwegs kennengelernten Wanderpredigers (Leo Anchóriz) flieht Warner Richtung Grenze, doch niemand mag ihnen helfen, weil alle glauben, das Trio sei cholerakrank. Das Baby muss qualvoll verhungern und Warner schwört furchtbare Rache. Zusammen mit drei weiteren Outlaws (Gustavo Rojo, José Manuel Martín, Antonio Pica) begibt er sich auf einen Privatfeldzug gegen alle, die ihn im Stich gelassenhaben – allen voran Sandoval.

Dieser höchst dramatisch beginnende Western, der Ernest Borgnine bei einem seiner  Ausflüge ins europäische Kino zeigt, verschießt sein anfangs noch so bewegendes Pulver leider allzu schnell, um durchweg interessant bleiben zu können. Was sich zu Beginn noch wie eine involvierende, dramatische Rachestory ausnimmt – immerhin gibt es ein denkbar tragisches Verzweiflungsopfer in Form eines toten Säuglings – verebbt irgendwann zur Beliebig- und Episodenhaftigkeit. Der gerechtfertigte biblische Zorn des zum Outlaw avancierenden Deserteurs John Warner hätte das Zeug gehabt, einen gewaltigen und vor allem blutvollen Italowestern zu befruchten. Stattdessen verirrt sich die Story in Belanglosigkeiten und verkauft sich weit unter Wert; die Inszenierung erschöpft sich in schleppender Routine und „Los Desesperados“ bleibt, hinsichtlich seiner Naturalistik insbesondere in Anbetracht traditioneller Gattungsmaßstäbe, langweilig maßvoll. Die internationale Handhabung dieser Form spricht Bände. So wurde die deutsche Fassung etwa, und dies sicherlich nicht ganz von ungefähr, gleich um einen ganzen, im Prinzip tatsächlich irrelevanten Nebenstrang erleichtert, in dem Warner und seine Männer auf einen Nordstaatenoffizier nebst weiblicher Begleitung (Annabella Incontrera) treffen und darum hadern, ihnen beizustehen. Die für das Authoring der jüngst erschienenen DVD genutzten, unterschiedlichen Bildmaster erzählen da mancherlei Wissenswertes. Ein frühes Treffen zwischen Warner und Sandoval mitten in der Einöde endet abrupt und ohne Sieger, was dem Film wiederum weitere, nicht immer konzentriert genutzte oder gar sinnstiftende Erzählzeit abringt. Erst das Finale vermag dann wieder an die Intensität der ersten Viertelstunde anzuknüpfen: Sandoval wird von einem wilden Stier getötet und Warner und seine Männer sehen sich inmitten einer Arena einer Übermacht mexikanischer Soldaten gegenüber. Dazwischen liegt eine sechzigminütige Durststrecke. Für einen guten Film (oder einen, der’s sein will) nicht eben probat.

5/10

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