DR. GOLDFOOT AND THE GIRL BOMBS

„AC, DC!“

Dr. Goldfoot And The Girl Bombs ~ USA/I 1966
Directed By: Mario Bava

Der mitnichten verblichene Dr. Goldfoot (Vincent Price) plant diesmal nichts Geringeres als die Heraufbeschwörung eines Atomkriegs. Dafür paktiert er mit den Chinesen und operiert von Rom aus, wo einige hochgestellte NATO-Generäle ihr Treffen abhalten. Goldfoot schickt erneut seine Robotermädchen los, die diesmal bei Kontakt mit ihren Opfern explodieren, und kann jede beliebige Person mit seiner Maschine duplizieren. Er selbst will sich als sein Ebenbild General Willis (Vincent Price) verkleiden und eine Wasserstoffbombe über Moskau abwerfen. Doch der Agent Bill Dexter (Fabian) und die beiden römischen Trottel Franco (Franco Franchi) und Ciccio (Ciccio Ingrassia) fahren Goldfoot empfindlich in die Parade…

Die Entstehungsgeschichte des „Dr. Goldfoot“-Sequels ist eher unleidlich. Ursprünglich als italienisches Vehikel für das Komikerduo Franco & Ciccio, rerspektive als Fortsetzung zu deren „Due Mafiosi Contro Goldginger“ geplant, schaltete sich die AIP als Co-Financier ein unter der Prämisse, das Ganze zu einem neuen „Goldfoot“-Film umzugestalten. Mario Bava als Auftragsregisseur musste den Film gegen seinen Willen inszenieren und am Ende gab es, nicht ungewöhnlich in einem solchen Fall, zwei Versionen für das italienische und das amerikanische Publikum, wobei in ersterer Franco & Ciccio und in zweiterer eben Vincent Price und der Schlagersänger Fabian, der den nunmehr absenten Frankie Avalon ersetzte, im jeweiligen Zentrum posierten. Price bezeichnete „Dr. Goldfoot And The Girl Bombs“ später als „grässlichsten Film“, in dem er je mitgespielt habe, „bei dem alles nur Denkbare schiefgegangen“ sei.
Die Wahrheit liegt wie gewohnt irgendwo dazwischen. Zumindest meine Wahrheit. Ist schon der erste „Goldfoot“ nicht eben ein Quell intellektueller Grandezza, so darf man von der Fortsetzung, zumal möglicherweise in Unkenntnis der sie umwabernden Widernisse, natürlich ebenfalls keinen solchen erwarten. Der Clash von italienischem Slapstick und dem sehr amerikanisch geprägten Humor der Story versandet recht kläglich und mit Bava scheinen irgendwann die Pferde durchzugehen, wenn er schlicht gegen etliche Regeln konventioneller Dramaturgie verstößt und er seine Inszenierung aus nicht immer ersichtlichen Gründen irre Volten schlagen lässt. Da wird das Ganze plötzlich zum Stummfilm mit Zwischentiteln oder gleitet immer wieder hemmungslos in surrealistische Sphären ab. Ein vormals exponiert eingeführtes Piranhabecken verliert später jegliche Bedeutung und so fort. All das mag zurückzuführen sein auf die Umschnitte der amerikanischen Produktionsseite; ich weiß es nicht. Was ich jedoch weiß, ist, dass Price noch besser ist als im Vorgänger; im scheinbaren Wissen um das kreative Versagen des Films scheint er jegliche Scheuklappen ad acta gelegt zu haben. Oftmals durchbricht er die vierte Wand und „spricht“ direkt zum Publikum. Er hat ein paar famose Oneliner und bildet den Herzschlag und Rhythmus des Films. Die schöne Laura Antonelli bereitet dem Auge Freude und im Grunde ist man am Ende des Tages auch kaum schlechter bedient worden als beim Vorgänger, zumindest, wenn man bereit ist, die diversen künstlerischen Missgriffe als Zeugnis anarchischer Filmherstellung in Kauf zu nehmen. Von Bava ist ohnedies nichts zu spüren; dass er an dem Film in vordringlicher Position mitgewirkt haben soll, vermag man nurmehr eigentlich allein den Überlieferungen entnehmen.

5/10

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