THE VICTORS

„Don’t tell anyone or hope we’ll never invade your country.“

The Victors (Die Sieger) ~ USA/UK 1963
Directed By: Carl Foreman

Einige befreundete amerikanische G.I.s, darunter Sergeant Craig (Eli Wallach), Corporal Trower (George Hamilton) und Corporal Chase (George Peppard), erleben den Zweiten Weltkrieg in Europa und dessen Nachspiel an unterschiedlichsten Fronten, sowohl im Kampf als auch privat. Von Sizilien geht es über England und die Normandie, über die Ardennen und den Rhein bis hinein in die US-Besatzungszone. Nicht jeder von ihnen wird seine Haut heil nach Hause tragen können.

Es war nicht der gewohnte US-Kriegsfilm nach etabliertem Schema, den Carl Foreman 1963, im selben Jahr wie etwa John Sturges sein buntes Spektakel „The Great Escape“, im Zuge seiner enzigen Regiearbeit, mit „The Victors“ auf das Publikum losließ – ganz im Gegenteil. Der Entscheidung, eine hochbudgetierte, bald monumentale Produktion wie diese zu noch in schwarzweiß zu filmen, haftete zu jener Zeit bereits ein gewisser Ruch des „Kunstgewerblichen“ an und tatsächlich entwickelte sich durch diverse Faktoren, darunter die Mitwirkung einer Vielzahl wohlfeil etablierter europäischer Akteurinnen und Akteure in jeweiligen „Landesrollen“, ein für Kriegsfilme dieser Zeit und Provenienz ungewöhnlicher Effekt „erhöhten Anspruchs“. Basierend auf dem Roman von Alexander Baron erzählt „The Victors“ seine Geschichte in episodischer Form. Manchmal stehen alle drei Protagonisten gleichrangig im Zentrum eines Segments, manchmal nur zwei von ihnen oder einer und manchmal auch gar keiner. Wir werden Zeugen der Befreiung eines sizilianischen Felsendörfchens, ereleben, wie die Männer sich in einem verlassenen Weinkeller volllaufen lassen, wohnen scheiternden Affären und Beziehungen mit oftmals bizarrem Anstrich bei und auch den sich auseinanderdividierenden Charakterentwicklungen: Wo einer seine Menschlichkeit sorgsam hütet wie ein privates Kleinod und beibehält, bezahlt ein anderer deren sukzessiven Verlust mit dem Leben. Wenngleich hier und da ein kurzer Moment des Schmunzelns die bedrückende Last der Kriegswirren durchbricht – die meisten Anekdoten sind oder enden todtraurig und bitter. Einmal, bereits im letzten Drittel des Films, kommt Peter Fonda als junger Rekrut Weaver zu Trowers Gruppe, nachdem dieser zum Sergeant befördert wurde. Weaver, noch grün hinter den Ohren, nimmt sich eines verwaisten Hundewelpen an. Obwohl man ihm mehrfach klarmacht, dass er das Tier wegjagen soll, nimmt er es immer wieder auf, bis es ihm durch Matsch und Pfützen nachläuft. Weavers Mitprivate Grogan (Jim Mitchum) knallt es daraufhin mit Wonne ab. Damit ist der „Neue“ sogleich ethisch defloriert worden. Man kann sich vielleicht denken, dass diese Szene mich geschafft hat wie sonst nur wenig bisher in diesem Jahr.
Doch bleibt auch das Gesamtbild dieses Films mir trotz seiner episodischen, manchmal collageartig gehaltenen Struktur als ein immens kompaktes und homogenes; tatsächlich würde ich bereits nach dieser Erstbetrachtung sagen, er gehört zu den besten US-Kriegsfilmen, die ich kenne. Ganz sicher ein Meisterwerk, dessen Nachhall mir in Anbetracht etlicher sehr viel lauteterer und populärer gewordener Kandidaten allzu sehr in Vergessenheit geraten zu sein scheint.

9/10

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