RAVAGERS

„You’re wrong. I am not a Major.“

Ravagers (Zum Überleben verdammt) ~ USA 1979
Directed By: Richard Compton

Ein paar Jahre nach dem großen Knall: Die Erde ist verseucht, nichts wächst, blüht, gedeiht mehr. Die Suche nach Nahrung bildet für die letzten Überlebenden den einzigen Existenzzweck.
Der Einzelgänger Falk (Richard Harris) verliert seine Gefährtin Miriam (Alana Stewart) an eine Gruppe marodierender Verbrecher, rächt sich und flüchtet dann vor ihnen. Auf seiner Reise gen Süden begegnet Falk immer wieder Gruppen von Menschen, die sich in funktionalen Gemeinschaften zusammengerottet und atavistische Regelwerke entwickelt haben. In einem verrückt gewordenen Raketensilo-Wart (Art Carney) und der jungen Faina (Ann Turkel) findet Falk zwei neue Begleiter, die Bande nach wie vor auf den Fersen. Schließlich gerät das Trio an den Sippenführer Rann (Ernest Borgnine), der einen ganzen Ozeantanker voller Zivilisationsgüter beherrscht…

Unter den dystopischen Klassikern der siebziger und achtziger Jahre, respektive jenen Filmen, die sich in der einen oder anderen Form vor dem dräuenden, omnipräsenten Hintergrund des Kalten Krieges mit den Folgen eines globalen Nuklearkrieges auseinandersetzten, ist „Ravagers“ mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden. Warum die filmische Geschichtsschreibung ihm andere, teils keineswegs ausgereiftere Filme vorzog und -zieht, erschließt sich mir nicht ganz, aber dieses Problem stellt sich mir in solchen Fällen bekanntlich häufiger. Erstklassig besetzt mit dem damals im zweiten Frühling des Genrefilms befindlichen Harris, Borgnine, Carney und dazu noch Woody Strode, Anthony James und Seymour Cassel in einem feinen Nebenpart, verfügt „Ravagers“ ebenfalls über einen kompetenten Regiseur, dem es zwar nicht unbedingt gelingt, die Schrecken einer postapokalyptischen Realität greifbar zu machen, der aber ein Händchen für seine Darsteller und die episodisch verschachtelte Erzählweise des Films besitzt. Sein Resümee, dass selbst im Angesicht von Extremsituationen die Freiheit des Individuums unantastbar bleiben muss und dass ein selbstgeschaffenes Utopia nur an einem Ort zu finden ist, nämlich in den Herzen seiner gemeinschaftlich agierenden Architekten, vermittelt „Ravagers“ zudem recht ordentlich. Lohnt und gefällt.

7/10

 

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