THE HALLOW

„This is not our son. It’s just a trick.“

The Hallow ~ UK/IE/USA 2015
Directed By: Corin Hardy

Der Londoner Biologe Adam Hitchens (Joseph Mawle) und seine Familie geraten in Bedrängnis, als sie in ein abgelegenes Haus in den irischen Wäldern ziehen, um dort eine ökologische Vorstudie zwecks aktueller Abholzungspläne vorzunehmen. Der Wald beherbergt nämlich dämonische Kreaturen, die es gar nicht mögen, wenn man ihr Terrain betritt.

„The Hallow“ teilt die programmatische Not vieler vor allem jüngerer Horrorfilme, ein wirklich bedrohliches Szenario zu entwickeln. Die Suche nach altehrwürdigen Legenden und Kreaturen, die vielleicht ausnahmsweise nichts mit den nach wie vor gängigen Universal-Monstern aus den Dreißigern oder Spukdämonen aus dem Zwischenreich zu tun hat, führte die Autoren von „The Hallow“ schließlich zur altirischen Mythen- und Sagenwelt und darüber zu den titelspendenden Naturgeistern. Diese schauen im Film ein wenig aus wie zum Leben erweckte, faulige Bäume in Menschengröße und haben diverse Kräfte, die sie jedoch nur bei Dunkelheit einsetzen. Ihre heidnische Existenz und ihre Energie beziehen sie zudem aus einer Art schleimigen, schwarzen Schlamms, der sich sporengleich rasch ausbreitet. Der ehern wissenschaftlich gebildete Adam glaubt bei der ersten nächtlichen Attacke eines eingeworfenen Fensters zunächst an eine Aktion seines Nachbarn Donnelly (Michael McElhatton), muss sich jedoch bald eines Schlimmeren belehren lassen. Wie sich nämlich herausstellt, hat Donnelly mit seinen abergläubisch erscheinenden Warnungen bezüglich der Hallows durchaus Recht – er selbst musste den Wesen einst seine kleine Tochter (Charlotte Williams) überlassen. Bald werden die Kreaturen zunehmend aggressiv und fokussieren ihre Anschläge auf Adams kleinen Sohn Finn. Als Adam selbst von den Hallows angegriffen und verletzt wird, verwandelt auch er sich in ein dämonische Kreatur, doch die Kraft der Liebe ist letzten Endes stärker als aller Waldspuk. Obschon die letzten zehn Minuten des Films, darunter der Abspann, der „The Hallow“ als durchaus ökologisch konnotiertes Genrestück exponiert, sehr poetisch daherkommen und viele der vorherigen Schnitzer wieder wettmachen, kommt Hardys Werk über das Gesamturteil ‚befriedigend‘ kaum hinaus. Sein Film hat zu Beginn noch Probleme, in die Gänge zu kommen und hält sich mit den üblichen Vorzeichen und Suggestionen auf. Zunächst glaubt man, sich in eine Art phantastischer Variation von „Straw Dogs“ verirrt zu haben, und dies nicht mal zu Unrecht. Mit den zunächst freilich bloß zu erahnenden Hallows verschafft sich dann das eigentliche übernatürliche Element Zugang in den Film, sorgt aber kaum für Innovation. Erst gegen Ende erwächst dann jener hübsch verhandelte Diskurs um familiäre Bande, die selbst übernatürliche Kräfte nicht zu sprengen vermögen – das macht „The Hallows“ in seiner Gesamtheit jedoch nicht wesentlich stabiler.

6/10

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