BULLETPROOF

„Bird season’s over, butthorn!“

Bulletproof ~ USA 1988
Directed By: Steve Carver

Frank McBain (Gary Busey), Spitzname ‚Bulletproof‘, ist nicht nur L.A.s gefürchtetster Cop, sondern hat auch eine Vergangenheit als Spezialagent der Regierung. Als der Prototyp des just gebauten Superpanzers „Thunderblast“daher in die Hände einer jenseits der mexikanischen Grenze operierenden Terroristengruppe fällt (die plant, ihn an die Sowjets weiterzugeben), reaktiviert man kurzerhand McBain, den zudem persönliche Motive in der Sache tangieren. Zusammen mit dem Thunderblast hat man nämlich noch seine Exfreundin Devon Shepard (Darlanne Fluegel) gekidnappt…

Ein Relikt aus einer Zeit, in der man Filme wie diesen noch breit grinsend machen durfte, ohne dafür prompt von moralinsauren Erbsenzählern traktiert zu werden.
Das Script zu „Bulletproof“, an dem unter anderem Fred Olen Ray mitgewerkelt hat, ist gelinde gesagt ein Witz und löchrig wie ein Schweizer Käse; die Besetzungsliste strotz vor guten, alten, stets gern gesehenen Freunden und gleicht infolge dessen einem feuchten Genretraum und die Helden-, ebenso wie die Feindbilder, sind so simpel und klar strukturiert, dass sie selbst einen lobotomisierten Pavian nicht überforderten. Mit hübscher Permanenz serviert uns Carver im Wechsel etwas zum Lachen oder zum Staunen und sichert sich so die mit allen verfügbaren Mitteln erheischten Ovationen. Gary Busey wird eine Riesenfreude gehabt haben angesichts der rückhaltlosen Stereotypisierung seiner Titelfigur. McBain gelingt alles, obwohl er weder einen besonders hellen noch einen besonders harten Eindruck stiftet. Er hat bereits 38 Kugeln abgefangen (die er sich stets selbst entfernt und daheim sammelt), was ihm seinen Rufnamen eintrug. Er spielt Jazzsaxophon, muss sich williger Damen geradezu erwehren und seine Widersacher können ihm gleich doppelt leid tun, denn außer, dass sie postwendend zur Hölle geschickt werden, müssen sie sich auch noch stets McBains dümmliche Begleitsprüche gefallen lassen. Über die Motive der Terroristen, die offenbar bereits halb Mexiko überrannt haben, erfährt man nichts, außer dass es sich bei ihnen um muslimische (!) Kommunisten (!!) aus aller Herren Länder handelt, die mit dem großen Brüderchen Russland paktieren. Henry Silva und Juán Fernandez verleihen ihnen ein führendes Antlitz und dann gibt es noch einen verblödeten General (René Enriquez) mit Sprachfehler. Den bösen Russen samt Pelzmütze mit Hammer-und-Sichel-Button gibt William Smith, der ja schon in der Selbstjustizwundertüte  „Eye Of The Tiger“ Gary Buseys Nemesis markante Gestalt verlieh.
Warum der Panzer, eine sagenhafte Plastikkonstruktion mit eingebautem Kaffeeautomaten, jetzt genau den Bösewichten in die Hände fällt, bleibt diffus. Irgendwie scheint Absicht dahinterzustehen (Luke Askew ist so ein zwielichtiger Army-Offizier mit etwas unklarer Agenda) und dann wieder doch nicht. Ähnliches gilt für McBains Beziehung zu Devon, deren Entwicklung durch komplett unnachvollziehbare Rückblenden eher verschleiert denn erläutert wird. Trotzdem haben alle Beteiligten gewiss eine Menge reuelosen Spaß beim Dreh gehabt, denn „Bulletproof“ versprüht trotz aller Geistesschwäche gute Laune und dufte Partystimmung.

6/10

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