RAMROD

„Your life – not mine.“

Ramrod (Die Farm der Gehetzten) ~ USA 1947
Directed By: André De Toth

Der selbstherrliche Rancher Frank Ivey (Preston Foster) gehört zu denen, die das Gesetz in ihre eigenen Hände zu nehmen pflegen. Seinen schärfsten Konkurrenten Walt Shipley (Ian MacDonald) hat er bereits aus der Gegend vertrieben, doch die schöne Connie Dickason (Veronica Lake), mit der Ivey am Liebsten in den Ehehafen einlaufen würde, weigert sich, sich unter seine Knute zu stellen. Gemeinsam mit Shipleys Vorarbeiter Dave Nash (Joel McCrea) übernimmt sie kurzerhand Shipleys Ländereien. Doch auch von Connie lässt sich Ivey nicht in die Suppe spucken und es kommt zu einem ränkereichen Kleinkrieg mit einigen Toten.

Für den ungarischstämmigen Regisseur André De Toth, dessen schöner Geburtsname Sasvári Farkasfalvi Tóthfalusi Tóth Endre Antal Mihály für Hollywood etwas zu kompliziert daherkam und insofern geflissentlich abgekürzt werden musste, bildete „Ramrod“ die vierte Regiearbeit auf US-Terrain und den ersten von insgesamt zwölf Western, was ihn filmhistorisch durchaus als „Genre-Veteran“ ausweist. Für „Ramrod“ stand ihm just das Protagonistenpaar aus Preston Sturges‘ wundervollem „Sullivan’s Travels“ zur Verfügung, Joel McCrea und Veronica Lake nämlich, letztere im Western ein rares Gesicht. Ihre Darstellung der extrem eigenmächtig agierenden, aufmüpfigen Connie Dickason bildet dann auch zugleich den Nukleus dieses zur eine Hälfte feministischen und zur anderen Hälfte reaktionären Gender-Western. Später übernahm vor allem Barbara Stanwyck gern und häufig die Rolle der unabhängigen und kämpferischen Farmerin, die sich innerhalb einer ausgewiesenen Männerdomäne zu behaupten sucht. Veronica Lake als Connie Dickason jedoch leistete auf jenem Sektor gewissermaßen Pionierarbeit. Die ausgesprochen hübsche Actrice mit ihrem zierlichen Wuchs assoziierte man ehedem eher mit dem film noir, wo sie vornehmlich als Alan Ladds  Partnerin eingesetzt wurde, weil sie diesen als einer der wenigen weiblichen Stars jener Tage nicht körperlich überragte. Dennoch machte sie auch an McCreas Seite und vor der Außenkulisse des schönen Utah eine starke Figur.
Connie Dickason kämpft gegen Windmühlen in Form maskuliner Überheblichkeit. Ihr vormaliger Galan Walt Shipley erweist sich als Feigling, der das Weite sucht. Frank Ivey meint, ihm gehöre a priori alles, was er ins Auge fasst, also auch die schöne Connie, die von ihm jedoch angewidert ist und ihren ganzen Aktionismus vor allem mit dem Zweck betreibt, Ivey zu Fall zu bringen. Connies Vater (Charlie Ruggles) ist ein opportunistischer Angsthase und Ja-Sager, der sich bereitwillig und zwecks unbedingter Konfliktvermeidung bereitwillig unter Iveys Knute stellt. Der aufrechte Held Dave Nash empfiehlt sich ihr zwar, vor allem in sexueller Hinsicht, doch der zieht es, nachdem er Ivey mit nur einem funktionierenden Arm im Duell erschossen hat, vor, die treusorgende Schneiderin Rose Leland (Arleen Whelan) vor den Traualtar zu führen – ein affirmatives, im Vergleich zu Connie im Grunde völlig uninteressantes Herd-Heimchen. So gewinnt Connie zwar den Rancherkrieg, bleibt jedoch (vorläufig) allein und wird vielleicht irgendwann als garstiges Flintenweib enden. Die Welt war damals augenscheinlich noch nicht reif für selbstbewusste Fraulichkeit, weder im Westen der 1880er, noch im Kino der 1940er.
Interessant noch die deutsche Synchronisation, die Joel McCreas Figur (mit der Stimme von Siegfried Schürenberg) diverse und umfangreiche Off-Kommentare einsprechen lässt, die es im Orginal überhaupt nicht gibt. Vermutlich war André De Toths intensive, für das narrative Verständnis selbstverständlich vollkommen hinreichende Bildsprache den deutschen Dialogschreibern nicht erklärend genug. Insofern empfiehlt sich, trotz grundsätzlicher diesbezüglicher Qualitätsarbeit, speziell in diesem Falle die dramaturgisch wesentlich ausgewogenere O.-Ton-Fassung.

8/10

 

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Ein Gedanke zu “RAMROD

  1. Sasvári Farkasfalvi Tóthfalusi Tóth Endre Antal Mihály

    Das ist ja genauso schön wie Herbert Karel Angelo Kuchacevič ze Schluderpacheru. Aber gegen Zensile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufnu Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi haben sie beide dann doch keine Chance… 😉

    Gefällt 1 Person

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