COUNTERFORCE

„See you on the other side.“

Counterforce ~ USA/E/MEX 1988
Directed By: José Antonio de la Loma

Nachdem er sich an die Macht geputscht hat, übt der Diktator (Robert Forster) eines nordafrikanischen Staates ein Terrorregime aus, das wie üblich besonders den US-Behörden ein Dorn im Auge ist. Doch auch der ursprünglich demokratisch gewählte Präsident Dr. Kassar (Louis Jourdan) würde den Despoten gern von hinten sehen. Grund genug für diesen, den im Exil auf den Balearen befindlichen Kassar öffentlich zu bedrohen und Killerkommandos auf ihn und seine Familie zu hetzen. Darauf reagiert wiederum Vince Colby (George Kennedy), Chef und Ausbilder der vierköpfigen Elitetruppe „Counterforce“, die zu Kassars Schutz abgestellt wird und alle Hände voll damit zu tun hat. Als man schließlich Kassars Sohn (Josep Minguell) und Frau (Susana Dosamantes) entführt, wird es ernst für die Counterforce…

Anti-Terror-Experten gehören zum Actionkino wie der Tabernakel zum Altar. Einen im Laufe der Jahre leider etwas aufmerksamkeitsvernachlässigten Vertreter dieses oftmals erquickenden Genrezweigs bildet J.A. de la Lomas auch unter dem schönen spanischen Titel „Escuadrón“ im Umlauf befindlicher „Counterforce“, der geradezu prophetisch den Arabischen Frühling herbeiparaphrasiert und nicht nur titulär deutliche Analogien zum Cannon-Kracher „The Delta Force“ aufweist. Für den mit einer eher schlichten Storyprämisse versehenen, dafür jedoch mit reichlich shootouts angefüllten Film konnten nämlich zwei Golan-Veteranen zum Klassentreffen bewogen werden – Robert Forster, diesmal (trotz fehlender Sonnenbrille) als mehr oder weniger offensichtliches Ghaddafi-Äquivalent zu bewundern und George Kennedy als in Ehren ergrauter Kommissopa, die allerdings leider keine gemeinsame Szene mehr abbekommen haben.
Aus dem gerade fünf Jahre alten Bond-Film „Octopussy“ geben sich Louis Jourdan und Kabir Bedi, vormals noch auf derselben Seite, heuer Todfeinde, ein neuerliches Stelldichein und der mexikanischstämmige Haudegen Hugo Stiglitz ist als gedungener Meuchelmörder im Dauereinsatz. Den Kern bilden jedoch die Titelhelden von der „Counterforce“: Vier beste Kumpels, von ihrem Chef gern, liebevoll und häufig als „Clowns“ bezeichnet und stets großmäulig an bleihaltiger Vollaction interessiert, erhalten ihre Gesichter von Jorge Rivero, Isaac Hayes, Andrew Stevens und Kevin Bernhardt, einer ebenso gut durchgemischten wie für den Aficionado sehenswerten Truppe ergo. Tatsächlich ist es vornehmlich seine illustre und gut aufgelegte Besetzung, die diesem Film sein warmes Leuchten verabreicht, weniger die nicht eben ausgegorene Dramaturgie. Im Prinzip gibt es eine permanente Wiederholungsschleife des immergleichen Ereignisses: Der sture Kassar und seine liberale Frau bestehen trotz dringlichsten Abratens ihrer Beschützer allenthalben darauf, ihre flammenden, öffentlichen Politreden zu halten, werden dann von der Gegenseite attackiert, die wiederum das (für ein Profiteam nebenbei reichlich inkompetent agierende) Counterforce-Quartett unter Beschuss nimmt. Da die entsprechenden Sequenzen jeweils reichlich bleihaltig und dynamisch daherkommen, versiegt die aufrechte Freude des Betrachters dennoch nie zur Gänze.

6/10

THE FALLING

„It’s the same principle.“

The Falling (Alien Predators – …es gibt kein Entrinnen) ~ USA/E 1985
Directed By: Deran Sarafian

Ein unweit von Madrid abgestürztes Skylab der NASA bringt gefährliche, außerirdische Mikroben zur Erde, die den von ihnen infizierten Wirt zunächst wahnsinnig werden lassen, um dann rund 48 Stunden später aus dessen Körper hervorzubrechen und ihn dabei zu töten. Zufällig befinden sich gerade die drei amerikanischen Freunde Michael (Martin Hewitt), Damon (Dennis Christopher) und Samantha (Lynn-Holly Johnson) auf Europatour und kommen mit ihrem Reisebus an dem kleinen Nest Duarte vorbei. Dort kommt ihnen prompt alles etwas merkwürdig vor, und tatsächlich: Die Einwohner Duartes sind durchweg Opfer der parasitären Aliens. Ein ebenfalls zugegener Wissenschaftler (Luis Pendes), der um die extraterrestrische Bedrohung weiß, hilft dem Trio aus dem Schlamassel. Vorläufig…

Das Regiedebüt von Richard C.-Sohn Deran Sarafian, der sich zuvor hier und da als Nebendarsteller betätigte, ist ein nettes, kleines Gürkchen. Mit einer kleinen amerikanischen Crew reiste Serafian in Spanien an, wo er „The Falling“ für den einheimischen Produzenten Carlos Aured inszenierte. Aured beklagte später, er habe einen wesentlich seriöseren Ansatz für das Projekt im Kopf gehabt, der jedoch von der laxen Unerfahrenheit und der allzu großen Freigiebigkeit der US-Teammitglieder torpediert worden sei. Am Ende waren Zeitplan und Budget überschritten und Aured mit den Nerven runter. Der Film hing dann drei Jahre lang in der Postproduktionsschleife, bis er schließlich, in Anlehnung an überaus offenkundige Erfolgsvorbilder unter dem mäßig einfallsreichen Titel „Alien Predator(s)“ veröffentlicht wurde.
Die drei jungen Hauptdarsteller Christopher, Hewitt und Johnson nahmen die ganze Kiste wohl nicht eben ernst und benehmen sich, Erstgenannter allen voran, wie bei einem tatsächlichen Ferienausflug. Dass „The Falling“ dadurch mindestens zu einem Drittel bereitwillige Comedy macht, passt im Grunde auch nur hervorragend zur lustvoll-eklektischen Konzeptfreiheit des Ganzen. Die logisch arbeitende Kognition sollte der wohlmeinende Zuschauer für die Zeit der Spieldauer folgerichtig ad acta legen, da Script und Narration vor losen Enden und Lücken strotzen wie ein ausrangierter Fliegenfänger. So bleiben vor allem ein paar schön eklige Make-Up-F/X hängen und natürlich die fiesen, spinnbeinigen kleinen Biester (wobei hier eigentlich die Singularform zutreffender wäre), deren (bzw. dessen) einzigen vollblütigen Einsatz man sich allerdings für den Post-Showdown aufhob. Eine wirklich hübsche Kuriosität.

5/10