MEMORIAL VALLEY MASSACRE

„You all! Stay together!“

Memorial Valley Massacre (Memorial Day) ~ USA 1989
Directed By: Robert C. Hughes

Pünktlich zur Eröffnung des idyllisch gelegenen „Memorial Valley“-Campingplatzes findet sich der Körper eines toten Hundes im Frischwasserbrunnen. Für den Biologie-Studenten und Ferienjobber David (Mark Mears), Sohn des verbonzten Lokalpolitikers Allen Sangster (Cameron Mitchell), ein erstes Signal, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Tatsächlich folgen weitere, untrügliche Warnungen und schließlich der erste Tote. Wie sich herausstellt, hat der vor siebzehn Jahren gekidnappte und daraufhin verschwundene Sohn (John Caso) des Aufsehers George Webster (John Kerry) überlebt, ist jedoch physisch und psychisch mittlerweile völlig verwildert und betrachtet das gesamte Gelände als sein Privatbiotop…

Vergnügliches aus Billighausen, die 3.675ste: Bei „Memorial Valley Massacre“ handelt es sich um einen ebenso albernen wie himmelschreiend dämlichen Slasher, dessen Mörder-Identifizierung und -Charakterisierung kaum halbgarer hätten ausfallen mögen. Über Ranger Webster erfahren wir, dass er in Vietnam einer ber besten Spurensucher überhaupt war und seit siebzehn Jahren erfolglos durchs Memorial Valley auf der Suche nach seinem verloren gegangenen Filius streift. Dabei haust dieser, ein eher komischer denn tragischer Verschnitt aus Truffauts Wolfsjungen und Kaspar Hauser, bloß in einer dreihundert Meter entfernten Höhle, die zwei halbgescheite Rocker wiederum prompt und rein zufällig beim Durchstreifen des Geländes entdecken. Die Aktionen jenes Irren – mit Filzperücke und Zahnprothese erster (Schul-)Klasse maskiert – bleiben derweil ähnlich mysteriös gefärbt wie sein unschlagbares Verstecktalent. Er ist zwar ein großer Freund kleiner Nagetiere, hackt jedoch bedenkenlos auf menschliche Zeitgenossen ein oder lässt sie auf sonstwelch phantasievolle Arten über die Klinge springen. Der Eremit entpuppt sich dann nach und nach als eine Art Öko-Rächer, der vor allem seine territorialen Ansprüche verteidigt. Dass er einerseits voller Panik auf ein unschuldiges Quad eindrischt wie auf ein Wesen vom anderen Stern und andererseits mühelos einen Bagger bedienen kann, ist wiederum etwas, was man ähnlich stillschweigend hinnehmen muss wie die Tatsache, dass etliche der Opfer des Neotroglodyten problemlos flüchten könnten, jedoch wie angewurzelt stehen bleiben und kreischend und quengelnd ihres tödlichen Schicksals harren. Oder die Aufläufe von Cameron Mitchell (allerdings wie so häufig eher in einem Mini-Cameo) und dem kernigen William Smith, hier immerhin schön selbstironisch unterwegs, der ja auch so gar nichts links liegen lassen konnte. Immerhin in einem Aspekt leistet „M.V.M.“ Ungewohntes: Der Killer (dem als Vertreter ökologischer Balance bizarrerweise eine zumindest nachvollziehbare Agenda untergeschoben wird) darf am Ende gänzlich ungeschoren von dannen ziehen und weiter über sein Tal wachen. Wehe dem, der ihm zu nahe kommt!

4/10

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