THE ANNIHILATORS

„Those guys are meaner than I thought.“

The Annihilators (City Commando) ~ USA 1985
Directed By: Charles E. Sellier Jr.

In Vietnam waren sie die besten Freunde: Die fünf G.I.s „Sarge“ Bill (Christopher Stone), Garrett (Lawrence Hilton-Jacobs), Ray (Gerrit Graham), Woody (Andy Wood) und Joe (Dennis Redfield). Über die Jahre ist der Kontakt dann eingerostet. Woody, der damals zum Krüppel geschossen wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt, hilft seinem Vater (Sid Conrad) bei der Führung seines kleinen Gemischtwarenladens in einem Slum von Atlanta. Dort reißen die Gangs nach und nach alles an sich, vor allem der superfiese Jagger (Paul Koslo) und seine Truppe, die „Royboys“. Als Joe eines Tages kurzerhand von Roy Boy erschlagen wird, weil er sich weigert, das fällige Schutzgeld zu bezahlen, wird Sarge hellhörig. Er trommelt die alte Truppe zusammen, bildet vor Ort eine Bürgerwehr und zeigt den Royboys, wo der Hammer hängt.

Nicht nur fast zeitgleich zu Michael Winners drittem Film der „Death Wish“-Reihe entstanden, sind auch die sonstigen Analogien der beiden Filme mehr denn augenfällig: Ein Kriegsveteran rächt den Tod eines wehrlosen, ermordeten Kameraden, dessen Viertel, in dem vornehmlich brave Senioren leben, von skrupellosen Banden drangsaliert wird. Es entsteht ein bürgerkriegsähnlicher Zustand, den die Polizei stillschweigend abnickt in der Gewissheit, dass hier eine Miliz schlicht mehr auszurichten vermag denn die an ihre Paragraphen gebundenen Ordnungskräfte. Wer hat hier wohl bei wem abgeschaut? Dass die deutsche Synchronbesetzung zudem beinahe exakt dieselbe ist, hebt beide Filme in ihren hiesigen Fassungen nochmals auf eine eminente Parallelebene.
Immerhin datiert der US-Start von „The Annihilators“ ganze zehn Monate vor „Death Wish 3“. Letzten Endes spielt das aber keine große Rolle, Winner ist ohnehin der lautere, grellere, überzogenere und letztlich wesentlich nachhaltigere Film gelungen, in dessen seltsamer Parallelwelt die Mär vom Racheengel fürderhin noch sehr viel konsequenter durchgespielt und zu Ende fabuliert wird. Bis nach Korea reicht die Freundschaft der in „The Annihilators“ reaktivierten Herren zudem nicht zurück, sondern „lediglich“ bis Vietnam, zudem müssen hier ein ganzes Quartett an der Ausrottung der asozialen Elemente arbeiten (immerhin mit Christopher Stone als federführendem Organisator), wo Bronson ja längst gewohnheitsmäßig und nunmehr bloß in größerem Stil als bis dato zu vigilantieren hat. Die gewalttätigen Elemente werden in „The Annihilators“ vergleichsweise moderat im Zaum gehalten, wobei sich dies primär auf deren offene Visualisierung bezieht. Ansonsten ist die Bedrohung, die von Paul Koslo und seiner Clique ausgeht, schon recht vehement spürbar und insofern  der Motivation der Veteranen zweckdienlich. Somit alles in allem ein recht ordentliches companion piece zu einem ohnehin populären Klassiker.

5/10

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