IL COMMISSARIO DI FERRO

Zitat entfällt.

Il Commissario Di Ferro (Kommissar Mariani – Zum Tode verurteilt) ~ I 1978
Directed By: Stelvio Massi

Soeben hat Commissario Mariani (Maurizio Merli) mit den ihm eigenen Methoden noch einen Kidnapping-Fall lösen und dessen Drahtzieher erfolgreich dingfest machen können, da sieht er sich einer höchst privaten Bedrohung ausgesetzt: Der Kleingangster Sergio Conforti (Massimo Mirani), dessen Vater von Mariani ins Gefängnis gebracht wurde, wo er sich schließlich erhängte, will Rache. Nachdem er versucht, Mariani auf dem Kommissariat abzupassen und dort zu töten, gerät er durch einen Zufall an dessen kleinen Sohn Claudio (Walter Di Santo), den er kurzerhand entführt und damit den verzweifelten Mariani in die Enge treibt. Wutentbrannt setzt der „Kommissar aus Eisen“ alles daran, seinen Filius zu retten.

Einer der späteren Poliziottesci mit Maurizio Merli, dessen Hauptrolle, abgesehen davon vielleicht, dass er eine, seinem beruflichen Fanatiusmus geschuldete, sich von ihm entfremdende Familie hat, wie üblich ein Scherenschnitt der bereits bekannten ist. Mariani ist ein rechtspositionierter Reaktionär, der im Traum nicht auf die Idee käme, einen Gesetzesübertreter nach dessen Motiven zu fragen, sondern blindlings schießt, wenn die Staatsräson gefährdet ist. Natürlich geht er dabei so unbestechlich wie kritisch beäugt vor, sein Chef Crivelli (Chris Avram) verzichtet zwar nicht auf den erhobenen Zeigefinger, toleriert Marianis Methoden jedoch stillschweigend. In Sergio Conforti erwächst ihm schließlich ein Geist, den er selbst gerufen hat: der hagere, kränklich wirkende junge Mann hat infolge von Marianis Berufseifer seinen geliebten Vater verloren. Dass dieser völlig zurecht eingewandert ist, interessiert Conforti nicht weiter, steht er der Familientradition gemäß doch selbst auf der anderen Seite des Gesetzes. Sein blinder Fanatismus weitet sich schließlich auf Marianis Jungen aus, der dem Papa mittlerweile so weit entglitten ist, dass er diesen wie einen Freund bei seinem Vornamen Mauro ruft. Tatsächlich besitzt Massis Film am Ende sogar das Herz, seinen Bösewicht zu rehumanisieren: entgegen seiner vorherigen Drohung hat er den kleinen Claudio nicht getötet und kommt daher mit einer gewaltigen Tracht Prügel und ein paar Würgemalen am Hals davon. Und Mariani wird endlich wieder „Papa“ gerufen. Gegen Ende der Siebziger gestand man sogar Maurizio Merli etwas Gnade zu – auch wenn er nach wie vor aus Eisen war.

7/10

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