CANDYMAN: DAY OF THE DEAD

„Believe in me!“

Candyman: Day Of The Dead (Candyman 3 – Der Tag der Toten) ~ USA 1999
Directed By: Turi Meyer

Caroline McKeever (Donna D’Errico), die Tochter der vor Jahren in New Orleans vom Candyman (Tony Todd) heimgesuchten Annie Tarrant (Elizabeth Hayes), ist mittlerweile erwachsen und lebt in Los Angeles. Als Ur-Urenkelin Daniel Robitailles fürchtet auch sie permanent, mit dem Fluch des Candyman konfrontiert zu werden – und tatsächlich: Als Carolines Bekannter Miguel (Mark Adair-Rios) pünktlich zum ‚Día de los Muertos‘ eine Ausstellung mit Gemälden Robitailles eröffnet und Caroline dazu bringt, vor versammeltem Publikum das berüchtigte Spiegelritual durchzuführen, erscheint der Candyman kurz darauf und metzelt sich durch Carolines Bekanntenkreis – stets mit dem Ansinnen, die Angebetete möchte sich ihm im Tode hingeben. Doch Caroline lässt sich nicht ohne Weiteres für solch sinistre Vorhaben einspannen…

Der letzte Teil der „Candyman“-Trilogie wäre dann erwartungsgemäß wohl der schwächste, wenngleich nicht ganz so arg daneben, wie ihn seine vordringlichsten Kritiker ihn gern dastehen lassen.
Man muss zunächst bereit sein, sich auf die verquere Filmlogik einzulassen: Aus der in der Schlusssequenz des Vorgängers noch als Kleinkind aufgetretenen Caroline McKeever ist binnen vier Jahren eine dralle Mittzwanzigerin geworden, gespielt von einer wohl rein nach Äußerlichkeiten besetzten, vormaligen „Baywatch“-Actrice. Ihre zuletzt noch als siegreich und stabil verkaufte Mutter hat sich, wie wir aus Rückblenden erfahren, unterdessen der vom Candyman oktroyierten Besessenheit hingegeben und ist doch noch zu einem seiner Opfer geworden. Wir lernen außerdem, dass der Geist Robitailles erst ruhen wird, wenn er auch seine letzten Nachkommen zu sich ins Schattenreich geholt hat und somit trotz eines diesmal fehlenden Cliffhangers die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Sequel (das dann doch nie kam) recht groß war. Das größte seiner wenigen Pros bezieht Meyers Film aus Todds nochmaliger Mitwirkung, die ihm faktisch seine einzige Daseinsberechtigung verleiht. Als bestimmt wunschgemäß ernstzunehmendes Horror- oder gar Splatter-Movie leidet die sichtbar günstige DTV-Produktion neben der diesmal kompletten Absenz Clive Barkers derweil unter ihrem allzu billigen, noch unausgereiftem Digitallook, der ihr das Meiste von ihrer filmischen Qualität raubt, sowie zwei ziemlich notflüchtigen Subplots, wovon einer um einen rassistischen Bullen (Wade Williams) und der andere um eine beschränkte Sekte von Gothic-Jüngern des Candyman kreist. Jener haben offenbar die einzige Funktion, die im Prinzip längst auserzählte Geschichte um den Hakenmann ein weiteres Mal auf Spielfilmlänge zu dehnen. Eine schöne Idee wiederum war es, als ethnisches Szenario das Hispanic-Milieu von East-L.A., respektive den dort gefeierten Tag der Toten zu benutzen. Das haut durchaus hin und rettet „Candyman: Day Of The Dead“ schlussendlich ganz knapp vor der völligen Bedeutungslosigkeit.

4/10

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