LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE

Zitat entfällt.

La Dama Rossa Uccide Sette Volte (Die rote Dame) ~ I/BRD/MC 1972
Directed By: Emilio Miraglia

Im schuldbewussten Glauben, einst im Streit ihre Schwester Eveline erschlagen und die Leiche verschwinden zu lassen haben, tritt die Modefotografin Kitty Wildenbrück (Barbara Bouchet) die umfassende Erbschaft ihres verstorbenen Großvaters Tobias (Rudolf Schündler) an. Daran partizipieren auch Cousine Franziska (Marina Malfatti) und ihr Mann Herbert (Nino Korda), die Kitty einst bei der Beseitigung der Toten halfen und mit ihr die Lüge aufrecht erhalten, Eveline sei nach Amerika ausgewandert. Da plötzlich schlägt in Kittys Berufs- und Bekanntenumfeld mehrfach eine rotgewandete, irre kichernde Mörderin zu. Handelt es sich möglicherweise um die aus dem Grab zurückgekehrte Eveline, die Rache fordert, so, wie es eine alte Familienlegende weissagt? Bald steht die zwischenzeitlich ebenfalls der Mordserie verdächtigte Kitty jener „roten Dame“ selbst gegenüber…

Miraglias Krimis sind meine Sache nicht so ganz, das kann ich jetzt, nach dem zweiten von ihm inszenierten Film (und damit immerhin einem Drittel seines Gesamtschaffens als Regisseur) recht eindeutig für mich proklamieren. Zwar empfand ich sowohl „La Notte Che Evelyn Uscì Dalla Tomba“ als auch „La Dama“ als jeweils nette Italoploitation, die einige wesentliche Elemente jener cineastischen Liebhabersparte zu präservieren wissen, dem gegenüber steht aber ebenso eine immens unübersichtliche und plumpe Entwicklung der Geschichte, die eine tiefere Involvierung in die abgelichteten Geschehnisse praktisch unmöglich macht. Ich frage mich immer wieder, welche Menschen etwa einem Dario Argento oder auch dem Giallo per se Oberflächlichkeit und hanebüchene Storyführung ankreiden. Diese Zeitgenossen waren offenbar noch nie bei Emilio Miraglias Filmen zu Gast. Denn selbige dürfen, ich schrieb es unlängst bereits im verlinkten Eintrag zu „La Notte“, zwar für sich in Beschlag nehmen, Werkszeugnisse eines detailbewussten und weithin kompetenten Regiearbeiters zu sein, dafür jedoch im Gegenzug auch, sinnentleerte Plots zu kultivieren, die tatsächlich und unwiderlegbar komplett der Schundschmiede entstammen und die damit beide ein krasses, inhärentes Missverhältnis aufweisen, das im Falle „La Dama“ sogar noch akuter erscheint. Wer da am Ende in Kooperation mit wem und warum beschissen hat und dem Wahnsinn anheim gefallen ist, kann ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, geschweige denn wiedergeben und dabei war ich garantiert stocknüchtern bei der Betrachtung! Dass der Name „Evelyn“ bzw. „Eveline“ gleich zweimal als Bezeichnung für eine geheimnisumwitterte Tote herhalten muss, mag indes irgendeiner Obsession der Autoren geschuldet sein. Immerhin erfreute hier die teilkuriose Schiffsbesatzung: Unser Lieblingspauker Rudolf Schündler nahm eine Auszeit vom bösen Pepe Nietnagel und seiner Anarchistentruppe (nur um hier gleich gänzlich zu Tode erschreckt zu werden) und die fesche Sybil Danning lässt sich (be-)blicken. Ansonsten kann ich mich zu einem gleichmütigen „okay“ durchringen, das mit der eigentlich erhofften Begeisterung jedoch leider nicht viel zu tun hat.

5/10

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