LA POLIZIA ACCUSA: IL SERVIZIO SEGRETE UCCIDE

Zitat entfällt.

La Polizia Accusa: Il Servizio Segrete Uccide (Die Killermafia) ~ I 1975
Directed By: Sergio Martino

Eine als Unfälle getarnte Mordserie an hohen italienischen Offizieren lässt den römischen Inspettore Giorgio Solmi (Luc Merenda) hellhörig werden: Handelt es sich möglicherweise um die Spitze eines großangelegten Verschwörungseisberges? Tatsächlich scheint ihm immer wieder jemand Steine in den investigativen Weg zu rollen: Zeugen und Verdächtige verschwinden, werden entführt und getötet. Als schließlich Solmis Partner De Luca (Gianfranco Barra) von einer Autobombe, die eigentlich Solmi galt, zerfetzt wird, bekommt die Angelegenheit noch eine zusätzliche private Dimension. Schließlich entdeckt Solmi, dass aus dem linken Untergrund heraus ein Staatsstreich geplant wird, von dem er einen speziellen Drahtzieher bereits bestens kennt…

Martino, ein mir stets sehr sympathischer, aber wohl nicht unbedingt ausgesprochen politischer Filmemacher, war im Laufe seiner bis heute anhaltenden, wechselvollen Karriere vergleichbar mit vielen seiner Mitstreiter in nahezu jedem Genre unterwegs, das die Italiener als erfolgversprechend erachteten und/oder von den amerikanischen Kollegen kleinformatig übernahmen; handele es sich dabei um Western, Gialli, Poliziottesci, Erotikkomödien, den Monster-, Kannibalen- oder Endzeitfilm. Mit „La Polizia Accusa: Il Servizio Segrete Uccide“, was übersetzt „Die Polizei klagt an: Der Geheimdienst mordet“ bedeutet, wagte sich Martino dennoch an die hehre Gattung des Politthrillers, die sonst eher Petri oder Damiano vorbehalten blieb. Im Gegensatz zu diesen, die die Zersetzung Italiens in ihren leidenschaftlich formulierten Arbeiten auf kapitalistische Machtauswüchse und korrupte Staatsorgane zurückführten, sie also bei dfer Fehlfunktion innerer Mechanismen verorteten, rückte Martino dann auch eine offensichtlich kommunistisch geprägte Untergrundorganisation zum Auslöser des Terrors. Parallelen zu den damals just auf ihrem aktivistischen Zenit wütenden Brigate Rosse schimmern sicher nicht ganz unzufällig aus etlichen Winkeln des Films hervor.
Fast müßig zu erwähnen, dass Martino sich mit der Behauung dieses Themas leicht verhebt. Luc Merenda als Verteidiger von Recht und Ordnung ist wie immer ein sehr identifikationstauglicher Held und von genau der Schlag- und Schusskraft, wie sie ein echter Polizist im Herzen zu tragen hat. Gemeinsam mit dem armen Solmi erleben und durchleiden wir, natürlich unter reicher Aufwendung knackiger Verfolgungs- und Spannungssequenzen, die ganze Brenn- und Tragweite einer heimlichen Revolution, bis hin zu seiner eigenen unausweichlichen Ermordung am Ende, als der Naivling sich bereits siegesgewiss wähnt. Klar -der wusste einfach zuviel. Und wenn schon der kleine Mann von der Straße gar nix weiß, dann darf der große Polizeiheld erst recht nix wissen. Italienisches Politkino – einmal liebenswert ad absurdum geführt.

7/10

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s