INSTANT JUSTICE

„I’m an American, but I don’t wave the flag.“ – „Yeah? Well, I do!“

Instant Justice (Madrid Connection) ~ USA 1986
Directed By: Craig T. Rumar

Der hochdekorierte Marine-Sergeant Scott Youngblood (Michael Paré) erledigt Aufträge in aller Welt. Gegenwärtig ist er als Leibwächter eines hohen Diplomaten bei Paris im Einsatz. Bevor er nach getaner Aufgabe weiter nach Japan reist, will er sich noch mit seiner in Madrid lebenden Schwester Kim (Lynda Bridges) treffen. Ein verdächtiges Telefonat mit ihr bewegt ihn, umgehend nach Spanien zu fliegen, wo er nur noch von Kims Tod erfährt. Offenbar hat sie dort als Escort-Girl gearbeitet und mit harten Drogen zu tun gehabt, bevor man sie ermordete. Die hiesige Polizei geht derweil von einem ordinären Unfall aus. Wutentbrannt quittiert Scott den Militärdienst und macht sich mithilfe des Kleinganoven Jake (Peter Crook) und Kims Freundin und Kollegin Virginia (Tawny Kitaen) daran, die Urheber der Ermordung seiner geliebten Schwester auf eigene Faust hochzunehmen.

Recht stromlinienförmig arrangierte Achtziger-Action, weder besonders clever, noch unter Aufwändung bemerkenswerter Ausreißer entstanden. Hauptdarsteller Michael Paré, damals noch als potenzieller Genrestar gehandelt, versandete bald darauf zwar im Wust der DTV-Produktionen, war jedoch zumindest permanent beschäftigt, hat sich, im Gegensatz etwa zu bemitleidenswerten Zeitgenossen wie Jan-Michael Vincent, bei Statur und Gesundheit gehalten und darf heute hier und da Gastauftritte als personifizierte Reminiszenz an glorreichere Kinotage absolvieren. Paré, der sich mit Walter Hills „Streets Of Fire“, von dem mal hier nebenbei mal eine Revision fällig ist, immerhin ein veritables Denkmal gesetzt hat, war anno drölfundachtzig ein sympathischer, jedoch kein sonderlich charismatischer Held. Dafür, dass es ihm nicht zur Gänze gelingen wollte, einen kompletten Film solitär auf den breiten Schultern zu tragen, ist „Instant Justice“ ein recht luzides Beispiel. Die Art, wie Scott Youngblood als hündisches Militärhampelmännchen Uncle Sams zu salutieren und strammzustehen pflegt, verrät bereits, dass er kein sonderlich heller Zeitgenosse ist, obschon er später seine Lieblingswaffe aus der Botschaft klauen muss. Als privater Ermittler ist Youngblood eine absolute Null und wäre ohne die Mithilfe seiner deutlich gescheiteren und besonnener agierenden Zufallsfreunde völlig aufgeschmissen. Das Script tut der Charakterisierung des Protagonisten also keinen sonderlichen Gefallen, es sei denn, man interpretiert es als verschmitzte Militarismuskritik. Dafür ist „Instant Justice“ dann insgesamt betrachtet allerdings wieder nicht elegant und intelligent genug. Immerhin geben Paré und Kitaen, zwei absolute Oberflächenmenschen, die auf jedem zeitgenössischen Magazincover super aufgehoben waren, ein bestens zueinander passendes Paar ab. Und ganz witzig ist „Instant Justice“, in totum beleuchtet, schon durchaus auch. Allerdings eben nicht immer freiwillig.

5/10

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