THE LONELY MAN

„Man feeds his horse first.“

The Lonely Man (Der Einsame) ~ USA 1957
Directed By: Henry Levin

Seit einem unverschuldeten, Jahre zurückliegenden Konflikt mit dem Gesetz ist Jacob Wade (Jack Palance) ein outcast. Sämtliche Versuche, ehrlich zu werden und wieder soziale Akzeptanz zu finden, scheitern. Zudem beginnt Wade langsam zu erblinden. Rechtzeitig will er seinem Sohn Riley (Anthony Perkins), einem deprimierten, jungen Mann, der seinen Vater nur vom Hörensagen kennt und ihn innig hasst, eine gesicherte Existenz verschaffen. Dies funktioniert jedoch nur auf Wades eigener, kleiner Pferderanch, die von Ada (Elaine Aiken) bewirtschaftet wird. Während vor allem Ada Riley ganz allmählich dazu bringen kann, seine sture Renitenz abzulegen, begegnet Jacob immer wieder der unrühmlichen Vergangenheit in den Personen früherer Partner und Feinde…

Unerwartet bleiern-ernster, psychologischer Western von Henry Levin, der seinen ungewöhnlich tragisch verlaufenden Film unter Nutzung des ehedem vor allem für seine klare Brillanz beliebten VistaVision-Formats in extrem nuanciertes Schwarzweiß kleidet. Tatsächlich bemüht sich d.p. Lion Lindon um eine beinahe expressionistisch anmutende, symbolträchtige Bildsprache: Um Neville Brands brutale Schurkenclique herum herrschen stets dunkles Grau, Staub und Schmutz vor, während ein wilder, weißer Mustang, den Jacob unbedingt einfangen und zähmen will, die noch zu erstrebende Edukation und Reinheit von Riley Wades geschundener „Teenagerseele“ verdeutlicht [dass Anthony Perkins nebenbei deutlich zu alt ist, um Palances Sohn zu spielen (die beiden Schauspieler trennen tatsächlich nur 13 Jahre), macht sich allzu häufig bemerkbar]. Ansonsten spart die Levins Film nicht an oftmals unfertig wirkenden Seltsam- und Unklarheiten: Die an sich hochinteressante Figur von Wades früherem Freund Ben Ryerson (Robert Middleton) wird leichtfertig verschenkt, Bösewicht King Fisher (Brand) derweil sehr stereotyp angelegt, die brisante Dreiecksbeziehung zwischen Vater, Ada und Sohn verläuft letztlich ungelöst im Sande; die Abblenden – einschließlich der allerletzten – kommen oft merkwürdig verfrüht und überhastet um die Ecke. Nicht wenige Kritikpunkte angesichts eines insgesamt betrachtet durchaus nicht mal üblen Vater-/Sohn-Western, der durchaus mehr filmhistorische Aufmerksamkeit als die ihm zuteil gewordene verdient hätte.

7/10

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