CAST A DEADLY SPELL

„I believe in magic. I just don’t use it.“

Cast A Deadly Spell (Hexenjagd in L.A.) ~ USA 1991
Directed By: Martin Campbell

Los Angeles, 1948. Ex-Polizist und Privatdetektiv H.P. Lovecraft (Fred Ward) wird von dem reichen Okkultisten Amos Hackshaw (David Warner) angeheuert, ein ihm entwendetes Buch, das ‚Necronomicon‘ zurückzubeschaffen. Für dieses interessiert sich auch Lovecrafts früherer Partner, der Nachtclubbesitzer Harry Bordon (Clancy Brown). Da Magie im Moment groß in Mode ist, muss sich Lovecraft im Zuge seiner Ermittlungen durch ein ganzes Gewimmel von Abseitigkeiten und Monstern schlagen, bis er erkennen muss, was undurchsichtige Hackshaw wirklich mit dem Buch vorhat…

Diese ansprechend verrückte und sehr amüsante HBO-Produktion hätte sich seinerzeit ganz bestimmt auch im Kino hervorragend gemacht, insbesondere, wenn man rückblickend in Augenschein nimmt, welcher Klumpatsch sich anno 91 sonst teilweise dort tummelte. „Cast A Deadly Spell“ gefällt sich als ein fast schon irrwitziger Mix aus unterschiedlichster filmischer und literarischer Einflüsse. Zuvorderst wird natürlich die lovecraft’sche Mythenwelt um die Großen Alten und das berüchtigte Necronomicon bemüht und konsumierbar gemacht. Der Autor selbst wird kurzerhand und quasi vollkommen diametral zu seiner authentischen Persona zu einem arschcoolen, hartgekochten Privatdetektiv umgemodelt, der als nahezu einziger Mensch in ganz Los Angeles auf den Gebrauch von Magie jedweder Art verzichtet und stattdessen, ghanz klassisch, auf eine Zigarette im Mundwinkel und ein Glas Scotch vor dem Einschlafen schwört. Die Hexen, Vampire, Werwölfe, Zombies, Dämonen und Gargoyles, die die Stadt ebenso reichhaltig bevölkern all der höchst menschliche Abschaum (sprich: Gangster, korrupte Bullen, Femmes fatales und Transvestiten) kann jedoch auch er nicht ignorieren, zumal er zu letzterem selbst zählt. Die Phantastikelemente werden also durch traditionelle Film-noir-Facetten ergänzt (oder umgekehrt), das Ganze in ironischer Weise als Horrorkomödie abgerundet. Niemand wundert sich über irgendetwas, Monster und Gruselwesen gehören ebenso zum urbanen Alltag wie merkwürdige Naturereignisse.
Campbell geht derweil mit viel Liebe zum Detail zu Werke, darf über erlesene Requisiten verfügen und diverse nette visuelle Ideen unterbringen, wie einen plötzlich einsetzenden Blutregenschauer. Rein äußerlich passt „Cast A Deadly Spell“ ansonsten fabelhaft zu dem erst kürzlich betrachteten „Chinatown“-Sequel „The Two Jakes“, mit dem er, freilich ohne sich in eine dermaßen überbordernde Parallelwelt zu begeben, sowohl Ort und Zeit exakt gemein hat. Dabei ist es reiner Zufall, dass ich diese zwei zumindest partiell so unterschiedlichen Filme so kurz hintereinander  geschaut habe. Hübsch anzusehen sind sie jedenfalls beide.

7/10

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