IL CONSIGLIORI

Zitat entfällt.

Il Consigliori (Im Dutzend zur Hölle) ~ I/E 1973
Directed By: Alberto De Martino

Nach einem zweijährigen Knastaufenthalt wird Thomas Accardo (Tomas Milian), der Patensohn und Consigliore des Friscoer Mafiabosses Don Antonio Macaluso (Martin Balsam), entlassen. Thomas konfrontiert den Patriarchen mit der Eröffnung, sich „zur Ruhe setzen“ und somit ein Leben fernab des organisierten Verbrechens führen zu wollen. Don Antonio willigt zähneknirschend ein, befördert damit jedoch einen Bandenkrieg mit seinem sich durch die frei Entscheidungswahl Thomas‘ zurückgestuft fühlenden Partner Vincent Garofalo (Francisco Rabal) herauf. Dieser attackiert Don Antonios Organisation mit brutaler Härte und verübt auch einen Anschlag auf Thomas, dem ein Nachbarskind zum Opfer fällt. Thomas kehrt daraufhin zu Don Antonio zurück und unterstützt ihn im Kampf gegen Garofalo. Der Showdown schließlich wird in der alten Heimat, in Sizilien, ausgefochten.

Im Gefolge des damals beispiellos erfolgreichen „The Godfather“ entstandener, kleiner Mafiafilm, sozusagen aus „hauseigener“ Fertigung. Wie in Coppolas Film und auch dem ebenfalls eindeutig beliehenen „The Brotherhood“ führt der Weg von Amerika nach Sizilien, in die Ursprungsregion dessen, was die Familienmitglieder als „Cosa Nostra“ („Unsere Sache“) bezeichnen. Hier, auf der aus Blut und Boden bestehenden Heimaterde, warten Entscheidung und Tragik. Der Plot wird dabei denkbar simpel aufgezogen: Die familiäre Großzügigkeit eines der großen Dons der Westküste wird ihm von einem jüngeren Ableger als altersmüder Schwachpunkt ausgelegt und ausgenutzt, um eine lang gehegte Privatfehde gegen ihn loszubrechen – der Stoff, aus dem viele Mafiafilme sind. Doch weder zählt Don Antonio bereits tatsächlich zum alten Eisen, noch muss er lange auf die entscheidende Schlagkraft des geliebten Patensohns verzichten – mit der Rückkehr von Thomas kehrt auch die alte Kämpfernatur des Don zurück und somit der Schlüssel zum Sieg. Alberto De Martino wählt für die zu zwei Dritteln in Kalifornien und New Mexico spielende und gefilmte Geschichte einen unspektakulären Inszenierungsweg. Mal liebäugelt er mit sanftem Sleaze, dann bleibt „Il Consigliori“ über weite Strecken besonnen und dialogorientiert, um dann die hügeligen, kurvigen Straßen San Franciscos für eine zünftige Autoverfolgungsjagd im Stil von „Bullitt“ zu benutzen. Für die häufig stark exponiert wirkenden Bilder war, wie des Öfteren bei De Martino, Aristide ‚Joe D’Amato‘ Massaccesi zuständig. Das Finale spielt sich vor einem pompösen Straßenumzug in Palermo ab, dem, wenn man so will, idealen Hintergrund für ein klassisches Gangster-Rififi. Sehr gut gefallen hat mir Riz Ortolanis abwechslungsreicher Score, der sowohl mit funkigen Grooves als auch mit elegischen Morricone-Weisen hausieren geht.

7/10

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