THE SALZBURG CONNECTION

„10 Minutes…“

The Salzburg Connection (Top Secret) ~ USA 1972
Directed By: Lee H. Katzin

Um eine ausbleibende Lieferung von Naturfotografien nachzuverfolgen, kommt der New Yorker Anwalt Bill Mathison (Barry Newman) nach Salzburg. Vor Ort muss er feststellen, dass der betreffende Künstler, Richard Bryant (Patrick Jordan), in eine Spionageaffäre geschlittert ist und von Unbekannten getötet wurde. Bryants Frau Anna (Anna Karina) und deren Bruder Johann (Klaus Maria Brandauer) wissen, worum es wirklich geht: Um eine Stahlkiste vom Grunde des unweit gelegenen Finstersees, die Kopien von Namenslisten um bislang unentdeckte Nazi-Kollaborateure enthält, die im Falle des Falles „reaktiviert“ werden könnten. Diese Kiste ist von einigem Wert – für die Altnazis selbst, für den Mossad, für den US-Geheimdienst und diverse andere Spione, die plötzlich in und um Salzburg herum auftauchen. Mathison hat alle Hände voll zu tun, die arme Anna und sich selbst zu beschützen.

Die Entlarvung von und die Jagd auf Altnazis war um die Spätsechziger und Frühsiebziger, nachdem Eichmann bereits 61 in Jerusalem der Prozess gemacht worden war und die Israelis sich weiter rege um die globale Ergreifung früherer NS-Funktionäre bemühten, auch Gegenstand diverser Spionagegeschichten. Wer eine rundum gelungene, spannende Romanadaption ums Thema sehen möchte, dem sei Ronald Neames drei Jahre später entstandener „The Odessa File“ nach Frederick Forsyth angeherzt, in dem sich Jon Voight als investigativer Journalist auf die Suche nach Sturmbannführern und ähnlich geartetem Gesocks begibt. „The Salzburg Connection“ nun geht zwar auch durchaus in Ordnung, kriegt die Kurve aber nicht so ganz. Auch hier haben wir, wie so häufig, einen Film, der am Ende nicht halten kann, was seine illustre Besetzung verspricht. Neben den Erwähnten darf man noch Wolfgang Preiss und Whit Bissell begrüßen; Udo Kier und Johann Buzalski geben sich nach „Hexen bis aufs Blut gequält“ einen neuerlichen, gemeinsamen Einstand – wenngleich sie leider keine Szene zusammen haben. Mein lang gehegten Verdacht allerdings, dass Lee H. Katzin dann doch besser beim Fernsehen aufgehoben war, bestätigt „The Salzburg Connection“ wieder einmal eindrucksvoll: Der Mann schafft es par tout nicht, die Dynamik einer handelsüblichen Episode jedweder x-beliebigen TV-Serie auf Leinwandformat auszuweiten; selbst eine potenziell aufregende Verfolgungsjagd durch Salzburg entlockt kaum mehr denn ein gutmütiges Lächeln. Wo ein kunterbunter Spionagezirkus, wie die Vorlage ihn offenbar entwirft, einen engagierten Regisseur zu einem atemlosen Ringelreihen animiert hätte, herrschen hier gleichmütige Gefälligkeit und Durchschnittsanspruch. Wäre die erstklassige Darstellerriege nicht, der längst bereitete Mantel des Vergessens verwunderte in diesem Falle sicher niemanden.

5/10

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