GLI INVASORI

Zitat entfällt.

Gli Invasori (Die Rache der Wikinger) ~ I/F 1961
Directed By: Mario Bava

Schottland, um das Jahr 1000. Der machthungrige Edelmann Rutford (Andrea Checchi) sorgt nicht nur dafür, dass das ganze Dorf des an der Küste lebenden Wikingerhäuptlings Harald (Folco Lulli) niedergemetzelt wird, er lässt nebenbei auch noch den armen König Lotar (Franco Ressel) meucheln. Während der ältere Sohn Haralds, Eron, zurück über den Atlantik fliehen kann und Jahre später als stattlicher Krieger (Cameron Mitchell) die Geschicke seines Stammes lenkt, landet der jüngere Erik in der Obhut der nunmehr verwitweten Königin Alice (Françoise Christophe). Als Erwachsener (George Ardisson) eiß Erik nicht um seine wahre Herkunft und zieht gegen sein eigenes Volk in die Schlacht. Nur durch Zufall erkennen die einst getrennten Brüder während eines Zweikampfes ihre Zusammengehörigkeit und stellen sich dann gemeinsam gegen den intriganten Rutford.

Mario Bava verzeiht man angesichts seiner von fast kindlicher Begeisterung genährten Fabulierlust und der üblichen Farbextravaganzen, die seine von ihm selbst gelenkte Kamera auch in „Gli Invasori“ wieder entfesselt, eine ganze Menge. Wie kaum ein anderer verstand der Maestro es ja, die Kinoleinwand buchstäblich zu bemalen, in leuchtende Primärfarben zu tauchen und die vor allem in seinen Abenteuerfilmen und Western eher mit der Spekulation liebäugelnden Inhalte fast gänzlich hinter der glänzenden Form des Technikers verschwinden zu lassen. Der vorliegende Wikingerfilm, einer von „zweieinhalb“, an denen Bava (mit-)werkelte, bildet da keine Ausnahme. Vor allem die Szenen in der Burg der Nordmänner (die vermutlich in Dänemark liegen soll), sind von beeindruckender Exponiertheit. Wer Bava selbst nur oberflächlich kennt, weiß, dass er vor allem gern mit Violett-, Grün-, Gelb- und Blautönen herumspielte, Nebel und Dämpfe in den entsprechenden Farben wallen oder eben Felswände in mysteriösen Gemäuern und Höhlen davon beleuchten ließ. Man wartet bereits zu Beginn eines Bavas geradezu sehnsüchtig auf die entsprechenden, artifiziellen Volten und ist dann umso seliger, wenn sie dann endlich erscheinen. Dass Britannien und Dänemark (?), von den vorgestellten Bauten und Kostümen ganz zu schweigen, keinesfalls nach dem aussehen, was sie repräsentieren sollen, sondern vielmehr eindeutig nach mediterranen Drehorten und aus Antikfilmen stammender, behelfsmäßig umgeschneiderter Garderobe, ist geschenkt. Hier darf und soll man entsprechende Behelfsmäßigkeiten in Kauf nehmen.
Der in den Sechzigern und Siebzigern häufig in Italien arbeitende Cameron Mitchell ist hier in seinem ersten von drei Bava-Engagements zu sehen und bereitet unter wasserstoffblondem Haarteil zusätzlich viel Freude. Eine besondere personelle Attraktion holte sich die Produktion in Form der beiden sächsischen Kessler-Zwillinge Ellen und Alice , die hier, mit 25, sozusagen in „Bestform“ befindlich waren. Als aufopferungsvolle, schnieke  Wikingerschwestern bringen sie sozusagen noch jeden Hornhelm zum schmelzen.

7/10

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