SOLDIER OF FORTUNE

Zitat entfällt.

Soldier of Fortune (Running Hero) ~ I 1990
Directed By: Pierluigi Ciriaci

Nachdem er infolge seiner letzten Mission das Kurzzeitgedächtnis verloren hat, lässt sich Elitesoldat Miles (Daniel Greene) trotz anderslautender Vorsätze doch wieder für einen neuen Auftrag rekrutieren: Er soll den ausgeflippten Professor Rossi (George H. Thausanij), Experte für Flugantrienbssysteme, über die afghanische Grenze zur Abstutzstelle einer brandneuen MIG eskortieren, damit Rossi dort die Technik des Fliegers analysieren kann. Bald schon rasselt man vor Ort mit den Sowjets aneinander, derweil Miles‘ Auftrag von höherer Stelle gecancelt wird. Außerdem scheint sich nahe des MIG-Wracks in den mysteriösen Mondbergen noch ein viel größeres Geheimnis zu verbergen…

Pierluigi Ciriaci tut mir ein bisschen leid. Das, was ihm ganz offensichtlich vorschwebte, als er das Projekt „Soldier Of Fortune“ in Angriff nahm, war von Anfang an drei bis acht Nummern zu groß. Während man sich zunächst in einer Motivgemengelage zu befinden glaubt, die von Robert Ludlum über die beiden späteren „Rambo“-Filme bis hin zu „Indiana Jones“ einen ganzen Einkaufskorb voller abendländischer Genreeinflüsse verwurstet, kommt zum Schluss noch ein kräftiger Schuss SciFi hinzu, der den Film in seiner Gesamtheit endgültig so herrlich unplausibel macht, dass man ihn schon wieeder mögen muss. Daniel Greene, der trotz seiner sicherlich beeindruckenden Physis immer eher ein netter Strahlebär war denn ein glaubhafter Ballermann bleibt auch hier viel zu sympathisch, als dass man ihm den seiner Figur ins Drehbuch geschriebenen Zynismus abzunehmen bereit wäre. Da hilft es auch nichts, dass er sich (in den unpassendsten Momenten freilich) immer wieder arschcool ’ne Kippe anzündet. Doch, ich mag Ciriacis Film, obschon es dafür eigentlich überhaupt keinen vernünftigen Grund gibt. Das alte Problem, dass Schauplatz und Dreh-Location par tout keine Übereinstimmung vollziehen wollen, haben wir bei „Soldier Of Fortune“ einmal mehr. Was man uns hier als Hindukusch anzudrehen trachtet, sind nämlich in Wahrheit exakt dieselben jugoslawischen Kreidefelsen, durch die einst schon Pierre Brice und Lex Barker geritten sind. Der Amnesie-Nebenplot, ein abtrünniger Russe, der die Weltherrschaft anstrebt, Bo Svenson als einäugiger Kommisshaudegen, das damals mal ganz kurz angesagte Penthouse-Pet Danuta (Lato) in einer Nebenrolle, eine mysteriöse Schamanin im Hintergrund und schließlich eine aus dem All zurückgekehrte (und durch die Zeit gereiste!!!) Kugel – das ist für die schmalen Schultern dieses Films alles irgendwie ein bisschen viel. Kein Wunder also, dass die Story um jenes kreisrunde Artefakt quasi in zwei Nebensätzen während der letzten fünf Filmminuten abgehandelt wird. Und wenn das Kügelchen dann zum Abspann nochmal erwartungsvoll ins Bild rollt, um zu signalisieren, dass es immer noch da ist, dann beschleicht einen ganz kurz das Gefühl, Ciriaci habe hier eine verlorene Schnapswette einlösen müssen. Aber wirklich nur ganz kurz.

5/10

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