HARD TARGET 2

„Just for the hunting’s sake.“

Hard Target 2 ~ USA 2016
Directed By: Roel Reiné

MMA-Champ Wes Baylor (Scott Adkins) prügelt bei einem Vegas-Fight ausgerechnet seinen besten Freund (Troy Honeysett) im Ring zu Tode. Aus der geplanten, gemeinsamen rosigen Zukunft wird nichts und Baylor flüchtet nach Bangkok, wo er sich für inoffizielle Schaukämpfe mit hohen Wetteinsätzen mieten lässt und sich ansonsten in seinem billigen Zimmer dauerbetrinkt. Da kommt ihm ein Angebot des reichen Geschäftsmannes Aldrich (Robert Knepper) für ein Engagement in Myanmar gerade recht – Baylor ahnt zu jenem Zeitpunkt noch nicht, dass diesmal nicht für einen Faustkampf, sondern zur Beute für eine Gruppe schwerlöhnender Hobby-Menschenjäger auserkoren ist. Schafft er es zurück über die Grenze, winkt ihm ein Säckchen mit wertvollen Rubinen, andernfalls ein gewaltsamer Tod. Tatsächlich erweist sich Baylor als weitaus abgefeimter und geschickter denn seine Jäger und dreht mithilfe des Eingeborenenmädchens Tha (Ann Truong) nach und nach den Spieß um…

Was der unmittelbar zuvor geschaute „Close Range“ versprach, konnte zumindest dieses Sequel zum 93er-Woo halten. Selbstverständlich ist auch „Hard Target 2“ kein Ausbund an Innovation, das wird angesichts seiner Prämisse des maßstabsverringerten Sequels auch kaum jemand erwarten. Vielmehr nimmt er sich selbst als Variation des Originals wahr, als Reminiszenz an John Woo und seine erste US-Produktion, die ja im Prinzip selbst bereits nichts Anderes darstellte als die Modernisierung des klassischen Genrefilm-Topos der Menschenjagd, wie es seit „The Most Dangerous Game“ in unterschiedlichsten Ausprägungen immer wieder das Kino heimsucht. Reinés Film trägt seinen Titel also aus durchaus wohlkalkulierten Gründen. Dennoch bereitet es Freude, ihm zuzuschauen; Adkins erhält mancherlei Gelegenheit zu facettierterem Spiel und Charakterpflege, das Setting des thailändischen Dschungels ist großartig, die Restbesetzung rund um Oberbösewicht Robert Knepper, Rhona Mitra und vor allem Temuera Morrison, dem ich einen noch viel prominenteren Part als den des henchman gegönnt hätte, macht absolut gediegene Jobs. Immer wieder blitzen ferner famose Einfälle durch wie der, in dem der just um sein Leben fliehende Baylor unversehens mitten in eine Herde Elefanten gerät.
Erwartungsgemäß ist natürlich auch „Hard Target 2“ nicht frei von Schwächen; die allenthalben durch Rückblenden intensivierte Verwurzelung des Protagonistengeschicks in seiner großen Schuld etwa wirkt hier und da ein recht gestelzt und auch die Versuche Thas, dem Helden buddhistischem Mystizismus nahezubringen, übersteht man kaum ohne ein höhnisches Grinsen. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass Reiné hier ordentliche Arbeit aus einem Guss liefert, deren Ambition sich zu jeder Sekunde erspüren lässt.

7/10

Advertisements

Ein Gedanke zu “HARD TARGET 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s