LA SORELLA DI URSULA

Zitat entfällt.

La Sorella Di Ursula (Die Todesbucht) ~ I 1978
Directed By: Enzo Milioni

Die beiden Schwestern Ursula (Barbara Magnolfi) und Dagmar Beyne (Stefania D’Amario) sind auf der Suche nach ihrer Mutter, nachdem ihr vermögender Vater das Zeitliche gesegnet und ihnen das beträchtliche Erbteil komplett vermacht hat. Kreuz und quer durch Europa reisend, residieren sie aktuell im malerischen Amalfi, im Hotel von Signore Delleri (Vanni Materassi). Kaum, dass sie angekommen sind, macht sich ein geheimnisvoller Serien- und Sexualmörder an sein finsteres Werk, der für seine weiblichen Opfer eine besonders perfide Mordart bevorzugt. Ursula, die über PSI-Kräfte zu verfügen scheint, ahnt das Böse und bekniet Dagmar, schleunigst wieder abzureisen. Diese jedoch hat sich bereits in den schnieken Filippo verguckt, dessen Weste selbst nicht ganz reine ist…

Der bereits in den späten Dämmerstunden des Giallo entstandene „La Sorella Di Ursula“ rangiert am unteren Qualitätsspektrum jener italienischen Genre-Spielart. Das von Regisseur Milioni selbst verfasste Script vermag es par tout nicht, sich einen nachvollziehbaren oder gar sinnstiftenden Weg durch das von ihm selbst kreierte Labyrinth aus Kriminalfilm, Killerstory, poetischer Raumkonstruktion und sleazigem Softporno zu bahnen und bleibt am Ende als zumeist unfreiwillig komisches bis albernes Stück Euro-Schmier im Gedächtnis des Zuschauers haften.
Es ist natürlich überaus erfreulich, dass selbst solche seltsamen Unkrauttriebe vom Rande des filmhistorischen Spektrums als sorgfältig aufbereitete, schöne Editionen für die private Videothek des geneigten Konsumenten konserviert werden – in Bild und Ton hervorragend aufbereitet, mit einer neuen, teils prominent besetzten Synchronisation angereichert und durch hübsche Extras ergänzt; auf der anderen Seite verwundert es schon ein wenig, dass gerade für angemufften Krempel wie „La Sorella Di Ursula“ derlei Aufwand betrieben wird. Egal, das Hinterfragen sollte in solchen Fällen zurückstehen, wird man im Zuge der Betrachtung von Milionis schillerndem Abfallprodukt doch belohnt durch eine Menge Unfassbares: Es gibt keine Darstellerin, die nicht irgendwann während der Spielzeit infolge eines dämlichen Alibis hüllenlos durchs Bild huscht, die Erotikszenen sehen sich, einer abzuhakenden To-Do-Liste gleich, in allen gewohnten Spielarten vertreten (Masturbation und Lesbensequenz inbegriffen) und erreichen durch die Bank den gegenteiligen Effekt des Intendierten. Da die – unspektakuläre – Aufdeckung des Killers allein scheinbar nicht genügte, wird noch eine stupide Story um Heroinschmuggler hinzugesetzt nebst Marc Porel als verdeckt ermittelndem Polizisten, der sich aus Authentizitätsgründen selbst süchtig gemacht hat. Von wirklich verzichtbaren und insofern dilettantischen Anschluss- und Logikfehlern gar nicht zu schreiben. Dem gegenüber stehen verblüffend erlesene Aufnahmen der stets dankbaren Kulisse Amalfis, des wirklich ansprechenden Hotels, von Katakomben, Höhlen, Kapellen und christlichen Ikonen, die das visuelle Gespür Milionis in krasse Unrelation zu seinen inszenatorischen Fähigkeiten stellen. Das Gesamtbild ist also durchaus interessant, weil unikal. Und eines kann man Milioni, aller übrigen Kritik zum Trotze, gewiss nicht vorwerfen: Dass er einen leblosen Film gemacht hätte.

5/10

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