DU BEI DAO

Zitat entfällt.

Du Bei Dao (Das goldene Schwert des Königstigers) ~ HK 1967
Directed By: Chang Cheh

Nachdem der Schwertkampf-Schüler Fang Kang (Wang Yu) wegen eines dummen Streits mit der Tochter (Yin Tze Pan) seines Adoptivvaters und Meisters Ru Feng (Tien Feng) seinen rechten Arm einbüßt, erachtet er sich selbst als nutzlos und schwört dem Kämpfen ab. Doch seine Bestrebungen, sich mit der ihn gesund pflegenden Xiao Man (Chiao Ciao) als Bauer zur Ruhe zu setzen werden durchkreuzt von Ru Fengs Kontrahenten, dem „langarmigen Teufel“ (Chi-Hing Yeung) und dem „grinsenden Tiger“ (Ti Tang), die nicht nur Xiao Man bedrängen, sondern auch Ru Fengs gesamte Schule des „Goldenen Schwertes“ zu vernichten trachten. Während Ru Feng plant, einen Nachfolger zu benennen, sorgen die beiden Finsterlinge dafür, dass seine besten Schüler mithilfe einer neuen Waffe, der „Schwertfalle“, dahingemordet werden. Fang, der von diesen Umtrieben Wind bekommt, trainiert eisern seinen verbliebenen linken Arm, bis er sich selbst zum unbesiegbaren Kämpfer gestählt hat. Nun kann er seine alte Schuld begleichen und gegen die Feinde seines Meisters antreten.

Die Veröffentlichungsgeschichte um „Du Bei Dao“ ist beinahe ebenso spektakulär wie der Film selbst. Immerhin handelt es sich um den ersten Vertreter einer neuen, reziprok vom Italowestern beeinflussten Spielart des Wuxia-Films, also des historisch ummantelten Martial-Arts-Kinos, das sich vor allem dadurch kennzeichnete, dass seine Helden und Schurken nicht auf physikalische Gesetzmäßigkeiten angewiesen sind und etwa aus dem Stand Bäume oder Hausdächer heraufspringen können. Zudem tritt hier mit Wang Yu oder Jimmy Wang Yu, wie er sich auch zu nennen pflegt, einer der Protagonisten des Wuxia-Genres auf den Plan, der sich nach einer Karriere als Wettkampfschwimmer und der darauf folgenden, mehr denn fruchtbaren Zusammenarbeit mit den Shaw Brothers, den maßgeblichen Produzenten jener fernöstlichen Action-Spielart, selbstständig machte und bis heute als eine Gallionsfigur des Hong-Kong-Kinos gilt. Wang Yu, der sich gern als Autodidakt bezeichnet und zumindest laut der Interviews, die ich mit ihm gesehen habe, nicht müde wird, seinen heroischen Status selbst eifrig zu befeuern, entpuppt sich hier im feschen Jungspundsalter denn auch tatsächlich als hinreichend charismatisch, einen Großteil des Publikums auf seine Seite zu ziehen. Er leidet, trainiert und ficht mit solcher Inbrunst, dass es eine wahre Freude ist. Auch die anderen Kennzeichen der SB-Produktionen lassen sich anhand dieses Repräsentanten ausgiebig eruieren: Immenses Pathos, schlichte Motivationslagen, sehr schöne, theatralische Atelierkulissen. Wenn hier im pseudowinterlichen, nächtlichen Studiowald der Kunstschnee rieselt, dann ist das einfach schön anzuschauen. Ich muss gestehen, dass ich die späteren, blutigeren und exzessiveren Auswüchse der SB, so etwa die Semi-Fortsetzung „San Duk Bei Dao“, etwas mehr mag; das nimmt „Du Bei Dao“ jedoch natürlich nichts von seiner genuinen historischen Bedeutsamkeit.

7/10

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4 Gedanken zu “DU BEI DAO

  1. Ja gerne Frank! Wobei, ich warne Dich vor, daraus wahre Glaubenskriege erwachsen können und die nachfolgend aufgelisteten Filme meinen ganz persönlichen Vorlieben entsprechen und selbstverständlich keine allgemeine Gültigkeit haben wenn es um die devinitiv besten Klopper aus Fernost geht. Die Filme, die Du schon gelistet hast, führe ich mal nicht mit auf:

    Meine Wang Yu Lieblinge
    :
    – The Assassin (Shaw Produktion, nie in D gelaufen, verfügbar von Z.B. IVL als Hongkong DVD)
    – Return of the One-Armed Swordsman (dito)
    – Mr. Kugelblitz schägt zu (Schöner Bond Verschnitt, der Seinerzeit auch in deutschen Kinos lief,
    aktuell aber nur per Hongkong DVD zu besichtigen)
    – Haruschi – Das blanke Schwert der Rache (Deutsche Retrofilm DVD mit toller Danneberg-Synchro)
    – Die Todesbucht der Shaolin (Deutsche Eycatcher DVD, gute Syncho)

    Shaw Brothers (meine persönliche Top-Zehn ohne Reihefolge):

    – Der Todesspeer der Shaolin
    – Die unschlagbaren Sieben
    – Zhao, der Unbesiegbare
    – Die 13 Söhne des gelben Drachen
    – Zehn gelbe Fäuste für die Rache
    – Four Riders
    – Das Blut der roten Python
    – Wang Yun – Stahlharte Hongkong-Killer
    – König der Shaolin
    – Kuan, der unerbittliche Rächer

    Mit Ausnahme der „Four Riders“ und „König der Shaolin“ sind zwischenzeitlich alle genannten Filme in D auf DVD oder Bluray erhältlich. Für einen umfassenden Blick auf Asiens Filmwelt vor 2001 empfehle ich Dir wahlweise einen Blick in Leo Mosers Eastern Lexikon oder zusammen mit einer Kiste Bier einen Besuch im Badnerland!

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  2. Also, „Return“ & „Haruschi“ besitze ich bereits, „Todesbucht“ wohl demnächst auch.

    Von den von dir genannten SB-Filmen stehen „Todesspeer“, „Zhao“, „13 Söhne“, „Python“ & „Kuan“ im Regal. Dazu noch einige weitere. Ein Anfang ist gemacht 🙂

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