FASANDRÆBERNE

Zitat entfällt.

Fasandræberne (Schändung) ~ DK/D/S 2014
Directed By: Mikkel Nørgaard

Am Abend nach einer Präsidiumsfeier stößt Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) auf einen ihm unbekannten, betagten Amtskollegen (Hans Henrik Voetmann) aus der Provinz, der ihn beschwört, sein Augenmerk dem Fall zweier vor zwanzig Jahren ermordeter Internatsschüler zu widmen. Mørck ignoriert den Alten, der bald darauf mit aufgeschnittenen Pulsadern in seiner Wanne aufgefunden wird. Schuldbewusst macht sich Mørck zusammen mit Assad (Fares Fares) und ihrer neuen Sekretärin Rose (Johanne Louise Schmidt) daran, den wahren Grund für den damaligen Doppelmord aufzudecken – denn der ehedem als Täter verurteilte Bjarne Thøgersen (Kristian Høgh Jeppesen) wurde trotz bescheidener Herkunft zum einen von Dänemarks teuerstem Staranwalt (Hans Henrik Clemensen) vertreten und zum anderen schon nach einer Haftstrafe von nur drei Jahren wieder entlassen. Alles deutet darauf hin, dass Thøgersen lediglich ein gekaufter Sündenbock war und sehr viel mehr hinter dem Verbrechen steckt. Die Spur führt geradewegs zum altehrwürdigen Elite-Internat Griffenholm.

Wo Geld ist, da ist Macht. Und wo Macht ist, da lauert zwangsaläufig deren Missbrauch. Die Lektion, die „Fasandræberne“ („Fasanenmörder“) bereit hält, ist eine uralte, aber immer wieder unschöne. In einem kleinen, sozial vergleichsweise ordentlich aufgestellten Land wie Dänemark hat der Geldadel generationenlang Zeit, sich zu festigen und fettzufressen. Und nicht nur dazu: Er stellt eigene Regeln für sich auf, akzeptiert die gängigen Normen inoffiziell längst nicht mehr und kann zudem einen Großtel seiner Energie darauf verwenden, seine liebgewonnenen Perversionen zu pflegen. Zwei besonders schlimme Vertreter jener Spezies sind Ditlev Pram (Pilou Asbæk) und sein bester Freund Ulrik Dybbøl (David Dencik). Schon als Jugendliche entwickeln sie ganz spezielle Vorlieben, die zum allergrößten Teil die Grenzen der Legalität hinter sich lassen. Als Ewachsene leben sie jene Traditionen fort, ergänzt noch durch einige weitere, besonders dekdente „Privilegien“, die ihnen ihre Stellung nicht nur erlauben, sondern sozusagen standesgemäß abverlangen. Man liebt es, sich zu maskieren und Leute zusammenzuschlagen, bis sie reif für die Intensivstation sind. Exotisches Großwild wird importiert, um luxuriöse Jagdgesellschaften spannender zu gestalten. Und unliebsame, um nicht zu sagen: gefährliche Zeugen gilt es, aus dem Weg räumen zu lassen. Geld ist Macht. Und Macht ist alles. Für Mørck und Assad, die sich der verwilderten Pennerin Kimmie (Danica Curcic) annehmen, die einst nicht nur Mitschülerin von Ditlev und Ulrik war, öffnen sich im Zuge ihrer wie immer hartnäckigen Stocherei in diesem Zusammenhang Pforten zu Geheimnissen, mit denen man sich eigentlich nur äußerst ungern vertraut machen möchte. Und dennoch boxen sie sich, abermals unter Inkaufnahme diverser zusätzlicher Blessuren an Leib und Seele, durch bis zum feurigen Ende, ein gerüttelt Maß luzide vorgetragener Kapitalismuskritik inbegriffen.

8/10

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